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(Lkr. Forchheim [zuvor:
Ebermannstdt], Regierungsbezirk Oberfranken)![]()

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Lage: ca. 2 km nordöstlich des Ortes auf dem Judenberg unweit des Flurteiles „Sauanger“.
Größe: 7360 qm; Umfriedung durch eine Bruchsteinmauer.
Alter:
1632 (? Baruch Zvi Ophir). Nach dem Lehensbuch der Gutsherrschaft
von Wolkenstein kauften die Juden das Grundstück 1668 von den Stiebars
aus Allodialbesitz. Johann Adam Stiebar war damals Inhaber der Rittergüter
Pretzfeld und Wolkenstein. Von 1769 bis 1774 kann die Zahlung eines
Erbzinses in Höhe von 6 Gulden an die Freiherren von Seckendorf
zu Wolkenstein nachgewiesen werden. Wahrscheinlich jedoch ist, dass
man auf diesem Friedhof bereits vor 1632 Beerdigungen vornahm. Einer
Überlieferung zufolge wurden Fürther Juden bereits vor 1607 auf
dem Friedhof beigesetzt.
Der älteste bekannte Grabstein stammt jedoch erst aus dem Jahr 1732.
Einzugsbereich: Von 1692/93 bis 1696/97 begruben die Juden aus Mittelweilersbach (1692/93-1696/97, 1769-1773). Adolf Eckstein zufolge lösten sich 1725 die Judengemeinden Hausen, Gaiganz, Pinzberg, Sendelbach, Wiesenthau, Hirschaid, Ober- und Mittelehrenbach aus dem „Sepulturverband Baiersdorf“ und beerdigten ihre Toten auf den ritterschaftlichen Friedhöfen in Heimhofen und Pretzfeld. Die Stiebarschen Rittergutsrechnungen von 1687 bis 1710 nennen an Sterbeorten ferner Egloffstein, Ermreuth, Forchheim, Hagenbach, Kunreuth, Pretzfeld, Pottenstein, Wannbach, Weilersbach und Wiesenthau. Auch eine kleine Rechnungsreihe aus dem Allodialbesitz der Stiebar (Seckendorfsche Lehen) bestätigt weitere Orte, aus denen Tote nach Pretzfeld gebracht wurden, nämlich Bayreuth, Pretzfeld, Tüchersfeld, Wannbach (1772) und Weilersbach. 1894 war keine jüdische Familie mehr in Pretzfeld ansässig, die Gemeinde in Hagenbach weigerte sich, den verwahrlosten Friedhof in seine Obhut zu nehmen. Auch die Juden aus Bruck, Dormitz, Fürth (bis 1608), Hirschaid und Oberehrenbach brachten ihre Toten nach Pretzfeld.
Beerdigungen: Es sind etwa 200 Grabsteine in drei Gräbergruppen erhalten. Die letzte Beerdigung fand 1894 statt (Wolf Heller).
Schändungen: 1928 wurden zahlreiche Grabsteine umgeworfen und das Eingangstor beschädigt. Zwischen 1933 und 1945 blieb der Friedhof vor Übergriffen verschont. Ein nach dem Zweiten Weltkrieg von der Militärregierung als Treuhänder eingesetzter Mann aus Muggendorf verkaufte Grabsteine als Baumaterial; nur ein Teil der Grabsteine konnte wieder aufgefunden werden. 1983 wurden die im Fundament einer Lagerhalle eingemauerten Grabsteine auf den Friedhof zurückgebracht. 1994 schmierten Schänder Nazisymbole mit schwarzem Werkstofflack auf Grabsteine. Letzte (?) Schändung 1998.
Literatur: Dill 1992, Guth (Hrsg.): Jüdische Landgemeinden, S. 275-276; Harburger 3, S. 661; Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens, S. 219; Knörlein, Georg: Jüdisches Leben im Forchheimer Land. Haigerloch 1998, S. 16; Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (22) [Zeckendorf, Pretzfeld, Heiligenstadt, Aufseß). In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 14, Nr. 79 (April 1999), S. 18-20, hier S. 19; Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011 [allgemein zum Thema sowie Dokumentation der in der Zuständigkeit der Bayerischen Schlösserverwaltung stehenden KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten]
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