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Jüdische Friedhöfe > Detailansicht > Kleinbardorf
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Kleinbardorf
(Gemeinde Sulzfeld, Lkr. Rhön-Grabfeld, Regierungsbezirk Unterfranken)
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Jüdischer Friedhof Kleinbardorf; Tahara-Haus. Foto: Christoph Daxelmüller, 1983Jüdischer Friedhof Kleinbardorf. Foto: Christoph Daxelmüller, 1983Jüdischer Friedhof Kleinbardorf. Foto: Christoph Daxelmüller, 1983Jüdischer Friedhof Kleinbardorf. Foto: Christoph Daxelmüller, 19831922 errichteten die Gemeinden, die ursprünglich ihre Toten auf dem Judenhügel in Kleinbardorf bestatteten, hier ein Kriegerdenkmal für ihre gefallenen Angehörigen. (Foto: Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke)
 
Die in der Zeit des Nationalsozialismus von den jüdischen Friedhöfen in Kleinbardorf und Ipthausen entwendeten Grabsteine wurden zum Bau von Treppen im Kurpark von Bad Königshofen verwendet. Nach ihrer Entdeckung in den 1990er-Jahren wurden sie geborgen und erhielten auf dem jüdischen Friedhof in Ipthausen wieder einen würdigen Platz. (Foto: Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke)Nach ihrer Bergung wurden die in der NS-Zeit von den jüdischen Friedhöfen in Kleinbardorf und Ipthausen entwendeten und zum Bau von Treppen missbrauchten Grabsteine zunächst im städtischen Bauhof zwischengelagert, bevor sie im jüdischen Friedhof von Ipthausen nach einem Entwurf von Kreisbaudirektor i. R. Fritz Köth zu einem Denkmal zusammengefügt wurden.  (Foto: Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke)Die in der NS-Zeit von den jüdischen Friedhöfen in Kleinbardorf und Ipthausen entwendeten und zum Bau von Treppen missbrauchten Grabsteine wurden nach ihrer Entdeckung in den 1990er-Jahren im jüdischen Friedhof von Ipthausen nach einem Entwurf von Kreisbaudirektor i. R. Fritz Köth zu einem Denkmal zusammengefügt. (Foto: Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke)Gedenktafel auf dem 1997 neu geschaffenen Denkmal auf dem jüdischen Friedhof von Bad Königshofen–Ipthausen. (Foto: Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke)Einer der größten jüdischen Friedhöfe Bayerns befindet sich auf dem so genannten Judenhügel bei Kleinbardorf, Gemeinde Sulzfeld, Landkreis Rhön-Grabfeld. Von den ursprünglich rund 20000 Grabsteinen sind rund 4400 erhalten. Das Foto entstand um 1930. (Die Fotografie stellte freundlicherweise Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke, zur Verfügung).
 
Eine der ältesten Fotografien des jüdischen Friedhofs auf dem ursprünglich genannten Wartberg (heute Judenhügel) in den Haßbergen bei Kleinbardorf entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. (Die Fotografie stellte freundlicherweise Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke, zur Verfügung.)Die Zerstörung von Grabdenkmälern in der Zeit des Nationalsozialismus beweist diese um 1930 gefertigte Fotografie auf des jüdischen Friedhofs von Kleinbardorf; im Hintergrund rechts die Tahara-Halle. (Die Fotografie stellte freundlicherweise Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke, zur Verfügung.)Der jüdische Friedhof in Kleinbardorf, 1989.  (Foto: Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf an der Lederhecke)Handschriftlicher Bericht des Schullehrers Otto Mölter über die Einweihung des Kriegerdenkmals für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs (Gemeindearchiv Kleinbardorf, freundliche Mitteilung von Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf a.d. Lederhecke)Kriegergedächtnisstein in Kleinbardorf, Anfang 1930, Fotografie von Otto Mölter (freundliche Mitteilung von Kreisheimatpfleger Reinhold Albert, Sulzdorf a.d. Lederhecke)
 
Das mit einem Stahlhelm mit Lorbeerkranz bekrönte Denkmal für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf dem Friedhof Kleinbardorf in einer Aufnahme aus unseren Tagen, der ursprüngliche Sockel mit zwei gekreuzten Schwertern ist verloren. (© Reinhold Albert, Sulzdorf a.d.Lederhecke)
 
Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main
 
Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main
 
Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main
 
Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main
 
Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main
 
Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main
 
Jüdischer Friedhof von Kleinbardorf © Cordula Kappner, Zeil a. Main
 
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Lage: Steiler Berg (Wartberg, „Judenhügel“), ca. 2 km vom Ort in Richtung Bad Königshofen entfernt. Durch den Friedhof führt ein offizieller Wanderweg.
 
Größe: 36.000 qm; der Friedhof gehört zu den ältesten Friedhöfen Bayerns und ist nach München der zweitgrößte Friedhof in Bayern.
 
Alter: Um 1574, Erweiterungen 1769 und 1843. Georg Freiherr von Bibra erlaubte 1574 den Juden, ihre Toten am Wartberg zu bestatten. Laut der Chronik derer von Bibra mussten sie ihm hierfür einen jährlichen Zins von vier Gulden und für jeden Beerdigungsfall eine Gebühr von einem Taler entrichten. Das Kleinbardorfer Schlossgut, zu dem das Gelände des Friedhofs gehörte, fiel 1602 an den Fürstbischof Julius Echter, 1691 an die Freiherrlich Guttenberg’sche Familie. Der Erwerb des Areals durch die Juden im 17. Jahrhundert und die Erweiterungen waren nur mit der finanziellen Unterstützung anderer Gemeinden möglich, die ihre Verstorbenen auf diesem Bezirksfriedhof beerdigten.
 
Einzugsbereich: Bezirksfriedhof mit einem Einzugsbereich von 27 Gemeinden, darunter Maßbach und Oberlauringen (bis 1832).
 
Beerdigungen: Auf dem Friedhof befanden sich 1933 noch etwa 20.000 Gräber. Nach einer Zählung von 1987 sind noch ca. 4400, teilweise sehr schöne Grabsteine erhalten. Rechts des Eingangs Grabfeld für Frauen, die bei oder infolge einer Entbindung verstorben sind. Links des Eingangs Abteilung mit jüngeren, in Reihen angelegten Gräbern; hinterer großflächiger Teil mit alten und sehr alten Gräbern. Die letzte Lewajia fand 1938 statt (Jakob Fleischhacker). Ein Gräberverzeichnis von 1759 bis 1938 sowie Aufzeichnungen von Beerdigungen zwischen 1800 und 1938 wurden in der NS-Zeit eingezogen und sind seither verschollen.
 
Besonderheiten: Renoviertes Tahara-Haus aus Steinquadern mit renovierter Innenausstattung und hebräischer Inschrift über dem niedrigen Eingang. Ihr zufolge konnte das Häuschen 1695 durch die Spenden des Jospe Neustatt errichtet werden. Kriegerdenkmal vom 22. Juli 1922 für 22 jüdische Gefallene des Ersten Weltkrieges mit der Inschrift: „Zum Andenken an die tapferen Helden jüdischen Glaubens, die in dem Weltkrieg 1914-1918 ihr Leben für ihr Vaterland hingegeben“. Durch den Friedhof führt ein offizieller Wanderweg.
 
Schändungen: Nachweislich 1925, zwischen 1933 und 1945, 1957 und 1977. 1945 wurde der Friedhof wieder instandgesetzt.
 

Literatur: Albert, Reinhold: Geschichte der Juden im Grabfeld (Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld e.V., Bd. 2). 2. Aufl. Kleineibstadt 1996; Harburger 2, S. 323; Möller, Otto: Führer auf den Judenhügel bei Kleinbardorf, Kreis Königshofen im Grabfeld. Kleinbardorf 1953; Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens, S. 75-77; Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (23) [Cham, Kleinbardorf, Sulzbürg, Hagenbach]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 14, Nr. 80 (September 1999), S. 18-20, hier S. 18-19.; Albert, Reinhold: Geschichte der Juden im Grabfeld, 2. Aufl. Bad Königshofen i. Gr. 1996 (Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld e.V.); Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011 [allgemein zum Thema sowie Dokumentation der in der Zuständigkeit der Bayerischen Schlösserverwaltung stehenden KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten]

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