Magazin : EDITION BAYERN Sonderheft #9

Eine Frage der Ewigkeit? – Bayern und die CSU Gerhard Hirscher Die CSU als unechte Regionalpartei „Die CSU wird Bayern überleben“ – so die Prognose des Kaba- rettisten Gerhard Polt imMagazin „Der Spiegel“ vom 7.9.1998. Eine passende Beschreibung der ewigen Regierungspartei CSU? Polt schien mit seiner Vorhersage für die nächsten Jahre richtig zu liegen. Immerhin konnte die CSU ihre absolute Mehrheit nach dem Verlust 2008 – zumindest bei den Mandaten – bei den Landtagswahlen 2013 zurückerobern. Sollte man diese Prognose heute noch aufrechterhalten? Ein kurzer Rückblick auf das Wahl- verhalten in Bayern mag hierfür einige Indizien bieten. Das Wahlgebiet der CSU ist ausschließlich der Freistaat Bayern. Mit ihrer Gründung als eigenständige Partei und Teil des christ- lich-demokratischen Lagers wurde aber auch eine Arbeitsteilung festgelegt, die bis heute ihre Gültigkeit behalten hat: Die CSU kandidiert in Bayern, die CDU im restlichen Deutschland. Diese Arbeitsteilung mit der CDU und die Rolle der CSU als unechte Regionalpartei sind einmalig in Europa. Als Teil der Union bildet sie mit der CDU im Deutschen Bundestag eine Fraktionsgemein- schaft und tritt auf der zentralen Ebene als einheitlicher Akteur auf, indem sie auch nur zusammen mit der CDU Regierungen bildet. Insofern ist die CSU Regionalpartei, aber als Teil der Gesamtuni- on auch Filiale einer bundespolitischen Kraft. Da Bayern ihre Machtbasis war, waren die Wahlergebnisse dort von zentraler Bedeutung. Dieser Anspruch bedeutete aber immer auch einen großen Druck für die Partei: Nur als starke Partei, die in Bayern die Regierungen anführt, konnte sie auf Dauer ihr Selbstverständnis als Partei mit bundes- und europaweitem Landtagswahl 1946 Landtagswahl 2013 Landtagswahl 1970 Selbstbewusst! Eigen! Widerspenstig! – Die Rolle Bayerns im Bund 122

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