Seite 63 - EDITION Bayern : Industriekultur in Bayern

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Bequemlichkeit beim Telefonieren. Mit dieser Anzeige warb Budel-
mann & Co., Berlin, für den „Telephon-Autophor“ – unabdingbar,
wenn man seiner Liebsten als Minnesänger „Herzensergüsse per
Telephon“ darbringen wollte (Karikatur aus den Fliegenden Blättern
vom 22. 10. 1897). Welche Rolle man damals dem Telefonieren in
Liebesdingen zudachte, zeigt auch die Postkarte mit dem eifrig tele-
fonierenden Amor.
Da lange Zeit nur die wenigsten Privatleute ein Telefon
besaßen, konnte man sich mit diesem Formular posta-
lisch zu einem Gespräch „bestellen“ lassen.
Für den internen Betrieb, etwa in Geschäftshäusern oder Fabriken,
gab es so genannte „Linienwähler“, die mit Batteriestrom betrieben
wurden und ohne Vermittlungseinrichtung auskamen. Bei den hier
gezeigten Exemplaren handelt es sich um Apparate der Nieder-
lassung Nürnberg von Felten & Guilleaume.