Seite 31 - EDITION Bayern : Industriekultur in Bayern

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Läden für den täglichen Bedarf, wie hier in der Nürnberger Wiesen-
straße, schossen wie Pilze aus dem Boden. Hier erhielt der moderne
Konsument auch so genannte „Kolonialwaren“ wie Kaffee, Tee, Bana-
nen und so „Exotisches“ wie Maggi oder Liebigs Fleischextrakt.
Auch auf dem Land, zumal in den Fremdenverkehrsorten wie hier in
den 1920er-Jahren in Walchensee, bot das Kaufhaus Vielfalt: Neben
dem täglichen Brot gab es „Delikatessen u. Conserven“, „Andenken
und Touristenartickel“, Agfa-Filme und sogar eine Autovermietung
sowie eine (Shell-)Zapfsäule.
Die Werbung hielt Einzug ins Stadtbild. Die Aufnahme von 1912 zeigt
das Haus Nadlergasse 4 in Nürnberg.
Werbung wurde mit großem Aufwand betrieben. Die ganzseitige
Anzeige des Münchner Königlich Bayerischen Hofschneiders Fritz
Schulze in den Münchner „Fliegenden Blättern“ vom 15. Januar
1897 führt dem Kunden den ganzen Betrieb vor Augen – und über
allem wachen das Münchner Kindl und die Frauentürme.