| 6. Jh. | Schon um 550 n. Chr. ist Happertshausen fränkische Militärstation. Die Franken verlagern auch die alte germanische Siedlung an der Furt in Haßfurt um ein paar hundert Meter an den höher gelegenen Platz südlich der heutigen Ritterkapelle. | |
| 7. Jh. | In der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts beginnen die irischen Mönche Kilian, Kolonat und Totnan mit der Christianisierung Frankens. | |
| 741 | Gründung des Bistums Würzburg durch Bonifatius. Bereits unter den frühen Karolingern Karlmann und Pippin gehört das Gebiet des heutigen Landkreises Haßberge zum Dotationsgut des Bistums Würzburg, das unter Karl dem Großen weiter arrondiert wird. | |
| 778 | Als erster Ort im Landkreis wird Stettfeld erstmals schriftlich erwähnt. | |
| 8.–11. Jh. | Das Reichskloster Fulda ist mit Besitzungen in Knetzgau, Stettfeld, Ebelsbach und Obertheres wichtiger Grundherr. | |
| 906 | In der Babenberger Fehde (897–906) unterliegen die Babenberger (Bamberg) den Konradinern (Würzburg). Ihre Burg in Theres wird nach der Hinrichtung Adalberts von Babenberg als Königsbesitz eingezogen. | |
| 1007 | Mit der Gründung des Bistums Bamberg durch Kaiser Heinrich II. tritt eine neue Macht im heutigen Landkreis Haßberge auf. | |
| 1010 | Heinrich II. schenkt auf dem Hoftag zu Mainz das Königsgut Theres dem neu gegründeten Bistum Bamberg. Bamberger Besitzungen liegen damit im Hoheitsgebiet des Fürstbistums Würzburg. | |
| 1041/46 | Gründung des Benediktinerklosters Theres durch das Bistum Bamberg. Das Kloster besteht bis zur Säkularisation 1803 und ist ein regional bedeutender Grundbesitzer. | |
| 12. bis 14. Jh. | Wichtige Stadtgründungen im Landkreis: 1180 Gründung, 1358 Stadterhebung Königsbergs, 1230 erste Erwähnung Haßfurts, 1335 Stadterhebung Eberns und Eltmanns, 1379 Stadtmauerbau in Zeil. Mehrere dieser Städte werden als Grenzorte befestigt und privilegiert: Haßfurt, Eltmann und Ebern (Hochstift Würzburg), Zeil (Hochstift Bamberg), Königsberg (Grafen von Henneberg, danach Markgrafen von Meißen, danach bis 1920 verschiedene sächsische Herzogshäuser). | |
| 1237 | Gründung eines Zisterzienserinnenklosters in Kreuzthal, das 1243 nach Mariaburghausen gegenüber Haßfurt ins Maintal verlegt wird, 1582 säkularisiert. | |
| 12.–14. Jh. | Viele Burgen im Gebiet des Landkreises werden von den Fürstbischöfen von Würzburg geschliffen, um den Ostrand ihres Bistums gegen das vordringende Bistum Bamberg oder aufsässige Adlige zu sichern. So trifft es 1168 die Bramburg, 1231 die Burg Raueneck, 1254 die Burg Altenstein und 1323 die Burg Rotenhan. | |
| 1363 | Gründung des Augustinerklosters Königsberg. Hier wurde im 15. Jahrhundert der Astronom Johannes Müller, genannt Regiomontanus, ausgebildet, ein Wegbereiter der Navigation nach Gestirnen. | |
| 1397–1400 | Städtebund und Elf-Städte-Krieg: Elf würzburgische Städte, darunter Haßfurt und Ebern aus dem Gebiet des heutigen Landkreises, schließen sich zusammen und fordern die Reichsfreiheit. Das führt zum Konflikt mit dem Würzburger Fürstbischof als Landesherrn. Im Lauf der Auseinandersetzungen wird Eltmann von Haßfurter Bürgern niedergebrannt. Haßfurt wird im Sommer | |
| 1399 | vom Heer des Würzburger Bischofs sieben Wochen lang erfolglos belagert. Im Jahr 1400 unterliegt der Elf-Städte-Bund in der Schlacht von Bergtheim dem Landesherrn. | |
| 1400 | Der Bischof von Würzburg verkauft Stadt und Amt Königsberg an die Markgrafen zu Thüringen und Meißen. Königsberg kommt später als Mitgift an das Haus Wettin und wird damit eine sächsische Enklave auf bischöflich-würzburgischem Gebiet. | |
| 1420–1436 | Einfall der Hussiten im Landkreis. Aus Angst vor den plündernden Haufen werden Burgen und Kirchenburgen verstärkt, so das Torwerk an der Südburg Lichtenstein. Klebs bei Kreuzthal und Milz bei Westheim fallen wüst. | |
| 16. Jh. | Adelsfamilien des Landkreises schließen sich den Ritterkantonen Baunach und Steigerwald an. | |
| 1524 | Aus der sächsischen Enklave Königsberg, insbesondere aus dem dortigen Augustinerkloster, gehen Impulse der Reformation in die ganze Region aus, vor allem von dem Coburger Reformator und Lutherfreund Balthasar Düring, der 1466 auf der Königsberger Burg geboren wurde. 1526 schließt sich Kursachsen – und damit das Amt Königsberg – offiziell der Reformation an. | |
| 1525 | Bauernkrieg: Die Bauern des Bildhäuser Haufens zerstören im Gebiet des heutigen Landkreises viele Burgen und Schlösser. Nach der Niederschlagung werden viele der beteiligten Bauern exekutiert oder verjagt. | |
| 1526–1528 | Als Folge des Bauernkriegs tritt die Wiedertäuferbewegung im Landkreis auf. Königsberg wird zum Zentrum der Bewegung. | |
| Vor 1550 | Teile der fränkischen Reichsritterschaft schließen sich der Reformation an, so die Truchsesse von Wetzhausen und Bundorf. | |
| 1552–1554 | Markgraf Albrecht Alcibiades von Kulmbach-Bayreuth will ganz Franken beherrschen und die Hochstifte säkularisieren. Er zieht brandschatzend durch das Bistum Würzburg. Haßfurt erwirbt einen Schutzbrief („Salva Gardia“). | |
| 1559 | Viele Adelsfamilien erlangen die Reichsunmittelbarkeit und sind nur dem Kaiser untertan. So entstehen auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Haßberge viele Klein- und Kleinstterritorien, die erst mit dem Ende des Alten Reichs 1806 verschwinden. | |
| 1573–1617 | Gegenreformation unter dem Würzburger Bischof Julius Echter von Mespelbrunn. 1585 besucht Julius Echter Haßfurt, um gegen den Protestantismus vorzugehen. Zu seinen Maßnahmen gehören Neubau und Renovierung von Kirchen, Pfarrhäusern und Schulen im Stil der so genannten Echter-Gotik. Beispiele: Ritterkapelle, Stadtpfarrkirche, Bürgerspital, Schule und Pfarrhaus in Haßfurt. Sein Nachfolger, Gottfried von Aschhausen, will die Gegenreformation auch in den Ganerbendörfern des Landkreises durchführen, scheitert aber 1620. | |
| 1616–1632 | Zwei Wellen von Hexenverfolgungen fordern in Zeil am Main insgesamt mehr als 250 Todesopfer. Der Stadtrat Johann Langhans hält in einem Tagebuch den Ablauf der Hexenverfolgungen fest und wird 1628 selbst Opfer des Hexenwahns. | |
| 1631–1634 | Im Dreißigjährigen Krieg steht das Gebiet unter schwedisch-weimarischer Vorherrschaft durch eine starke schwedische Garnison in Schweinfurt. 1631 wird die Stadt Zeil geplündert und in Brand gesetzt, 1632 brennen schwedische Truppen die Mainbrücke in Haßfurt nieder. Im Gegenzug fällt im selben Jahr fast ganz Königsberg während einer kaiserlichen Besetzung unter Tilly den Flammen zum Opfer. Auch die Hälfte der Häuser in Hofheim ist zerstört. Das Dorf Schmachtenberg ist total entvölkert. Vom besetzten und geplünderten Ebern aus unternehmen die schwedischen Truppen Raubzüge in die ritterschaftlichen Dörfer. | |
| 1683 | Fränkische „Gipfelkonferenz“ in Haßfurt: Der Fränkische Reichskreis und die Fürstbischöfe beschließen, zur Unterstützung Kaiser Leopolds I. fränkische Truppen zum Entsatz von Wien zu schicken, das von einer türkischen Übermacht belagert wird. | |
| 18. Jh. | In den reichsritterschaftlichen Gebieten im heutigen Landkreis erreicht die Zahl der „Schutzjuden“ mit ca. 1500 Einwohnern einen Höhepunkt. In Dörfern wie Memmelsdorf und Wonfurt ist zeitweilig ein Großteil der Bevölkerung jüdischen Glaubens. | |
| 1796 | Im 1. Koalitionskrieg durchziehen Teile der französischen Revolutionsarmee unter Jean-Baptiste Jourdan den Landkreis Haßberge und kampieren bei Sand am Main. | |
| 1803–1814 | Im Zuge der napoleonischen Umwälzungen um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert hat 1803 der Reichsdeputationshauptschluss die Auflösung der meisten geistlichen Territorien zur Folge. Das Gebiet des heutigen Landkreises Haßberge wird zunächst 1803 Kurbayern zugeschlagen, kommt 1805 teilweise an das kurzlebige Großherzogtum Würzburg und nach dessen Auflösung 1814 endgültig zum Königreich Bayern. | |
| 1870/71 | Deutsch-französischer Krieg: Truppeneinlagerungen unter anderem in Prappach, Lazarette in Haßfurt und Theres | |
| 1920 | Anschluss des sächsischen Amtes Königsberg an den Freistaat Bayern nach vorhergegangener Volksabstimmung. | |
| 1938 | In der Reichspogromnacht verwüsten Nationalsozialisten die neun Synagogen im heutigen Landkreis. 1942/43 werden die noch im Landkreis lebenden jüdischen Bürger deportiert und ermordet. | |
| 1944 | Nach dem gescheiterten Attentat des Bamberger Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Adolf Hitler finden Mitglieder des Widerstands in Schlössern wie Lichtenstein und Eyrichshof Unterschlupf. Nach Kriegsende lebt die Witwe Graf von Stauffenbergs, Nina von Stauffenberg, mit ihren Kindern in Schloss Kirchlauter. | |
| 1939–1945 | Der Zweite Weltkrieg fordert in der Bevölkerung des heutigen Landkreises Haßberge auch zivile Opfer. Bei einem Luftangriff sterben 1944 in Stettfeld zwölf Menschen, in Prappach kommen 1945 beim Vorrücken der Alliierten 18 Menschen ums Leben. | |
| 1972 | Der heutige Landkreis Haßberge entsteht durch die Gebietsreform im Jahr 1972 aus dem ehemaligen Landkreis Haßfurt sowie den größten Teilen der ehemaligen Landkreise Hofheim und Ebern. | |
| 1961–1989 | Der Landkreis liegt im so genannten Zonenrandgebiet der Bundesrepublik Deutschland und berührt in einer Länge von etwa 10 Kilometer im Norden die Grenze zur Deutschen Demokratischen Republik. | |
| Seit 1989 | Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten findet der Landkreis Haßberge aus seiner Randlage zurück in die Mitte Deutschlands. | |
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