Von Trümmernot bis Petticoat
Von Trümmerfrauen und Care-Paket bis Nierentisch und Petticoat – die
Zeit von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder weckt viele Erinnerungen.
Diese Epoche nach 1945 prägt Bayern bis heute. Das gilt für Lebensstil
und Jugendkultur ebenso wie für die Architektur von Kaufhäusern, Kinos
und Kirchen. Die Wanderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“
macht diese Zeit des Aufbruchs wieder lebendig: von den Entbehrungen
der Nachkriegszeit bis zum neuen Wohlstand der fünfziger Jahre, von
der Politik bis zur Alltagskultur.
Krieg und Zerstörung
1945 lagen viele Städte in Bayern in Trümmern: München glich nach über
60 Bombenangriffen einer Schutthalde, die Nürnberger Innenstadt war
zerstört, Würzburg war völlig ausgebrannt.
Leben in Trümmern
Als im Mai 1945 Frieden einkehrte, zeigte sich erst das ganze Ausmaß
der Kriegsfolgen: Zahllose Familien waren zerrissen, Hunderttausende
waren ohne Obdach, Millionen hungerten oder waren auf der Flucht. Not
prägte den Alltag. Und dennoch fanden viele Menschen kreative Auswege
aus dem Mangel der Nachkriegszeit. Improvisation war das Gebot der Stunde.
Schwarzmarkt und Tauschgeschäfte florierten.
Wiederaufbau
Wie sollten die zerstörten Städte wiederaufgebaut werden: original rekonstruiert,
ganz modern – oder eine Mischung aus beidem? In Bayern entschied man
sich fast immer für den Mittelweg. Bedeutende Gebäude wie die Würzburger
Residenz wurden rekonstruiert, man errichtete aber auch zahlreiche Gebäude
im modernen Stil: Glas und Stahl lassen sie leicht und transparent erscheinen
– ein Symbol für die neue Zeit.
Wirtschaftswunder
Dass bereits wenige Jahre nach Kriegsende die westdeutsche Wirtschaft
wieder boomte, erschien wie ein Wunder. Durch dieses „Wirtschaftswunder“
fühl ten sich viele Menschen zum ersten Mal in ihrem Leben materiell
abgesichert. Doch brachten die fünfziger Jahre auch ungewollten Wandel
und Unsicherheit: Bauern mussten beispielsweise ihre Höfe aufgeben und
sich neue Arbeit in Fabriken oder im Baugewerbe suchen.
Alltag der fünfziger Jahre
Für viele Menschen veränderte sich der Alltag in den fünfziger Jahren
von Grund auf. Die Dynamik dieser Zeit war unübersehbar: Hausfrauen
hatten elektrische Helfer wie die Waschmaschine zur Hand und brachten
Exotisches wie den Hawaii-Toast auf den Tisch, während im Wohnzimmer
der Fernseher lief und vor der Haustür das Auto parkte, mit dem man
in den Urlaub nach Italien fuhr.
„Geschichte frei Haus“
Zur Wanderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ stellt das
Haus der Bayerischen Geschichte für Schulen auch eine Tafelausstellung
im Rahmen des Projekts „Geschichte frei Haus“ bereit. Informationen
zu „Geschichte frei Haus“ finden Sie
hier.
Stationen und Termine:
München (Landtag): 7.7.2010 bis 25.7.2010
Bayreuth: 26.11.2010 bis 23.1.2011
Coburg: 18.2.2011 bis 25.3.2011
Nürnberg: 15.4.2011 bis 29.5.2011
Regensburg: 10.6.2011 bis 17.7.2011
Landshut: 5.8.2011 bis 4.9.2011
München (OBB): 16.9.2011 bis 28.10.2011
Augsburg (tim): 9.3.2012 bis 17.6.2012
Fürth: 27.6.2012 bis 19.8.2012
Weiden: 14.9.2012 bis 28.10.2012