Die Bayerische Landesausstellung 2003
beschäftigt sich mit einer bewegten Epoche der europäischen Geschichte
und einer historischen Figur, die inmitten der heftigsten Stürme
dieser Zeitlebte: Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz.
Friedrich gehörte dem pfälzischen
Zweig der Wittelsbacher an und war verwandt mit dem Haus Oranien-Nassau,
das die Statthalter der Niederlande stellte.
1619 nahm Friedrich die Wahl zum böhmischen
König an. Diese offene Kampfansage an das Haus Habsburg und die
katholischen Mächte in Europa markiert den Anfang des Dreißigjährigen
Kriegs.
Ein Jahr nach der Krönung unterlag
Friedrich am 8. September 1620 in der Schlacht am Weißen Berg
(bei Prag) den Truppen des Kaisers und der katholischen Liga.
Deren Anführer war Friedrichs Vetter: Herzog Maximilian I. von
Bayern. Friedrich erhielt den Spottnamen "Winterkönig"
Mit Friedrichs Niederlage verlor die
Oberpfalz ihre Bedeutung. 1628 fiel sie endgültig an Bayern.
Friedrich war somit der letzte nicht bayerische Kurfürst
der Oberen Pfalz.
Friedrich floh mit seiner Familie
an den Hof seiner oranischen Verwandten in Den Haag. Hier entfaltete
sich trotz aller finanziellen Engpässe ein repräsentatives
Hofleben. Die Rückkehr zur Macht gelang Friedrich nicht.
Erst sein Sohn Karl Ludwig erhielt nach dem Westfälischen
Frieden von 1648 wieder die Kurwürde.