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Bildnis des Kurfürsten Friedrich I. des Siegreichen von der Pfalz [ zurück ]
 
Maler:   Peter Gertner
Datiert:   um 1531/32
Bild:   Öl auf Holz, 83 x 65 - Inv.-Nr. 4239
 
   
 
Inschrift oben: PFALCZGRAF FRIDERICH DER STREYTBAR CHVRFVRST/VON AIM ALTEN CONTERFET DABEY KAIN IARZAL STET/HIEHER ABGEMACHT

Gertners Gemälde zeigt Kurfürst Friedrich I. in Halbfigur hinter einer gr�nen Brüstung stehend, die von den weiten SchaubenÄrmeln des Dargestellten fast ganz verdeckt wird. Vor dem rotbraunen Hintergrund dreht sich der in Dreiviertelansicht wiedergegebene Fürst in leichter Wendung nach links. Bekleidet ist Friedrich I. mit einem mit Schn�ren vernestelten roten Wams und einem wei�en Hemd. Darüber tr�gt er eine Goldbrokatschaube mit weißem Pelzkragen und Pelzbesatz. Sein schulterlanges Haar bedeckt eine rote Kappe mit hochgeschlagener Krempe. In seiner linken Hand hÖlt der Kurfürst ein gefaltetes Schriftst�ck, seine rechte ist in rhetorischer Geste erhoben.
Da der Kurfürst bereits seit fast 60 Jahren verstorben war, als Peter Gertner sein Bildnis malte, musste der Künstler eine Ältere Vorlage zu Hilfe nehmen, wie dies auch die Inschrift mitteilt. Dieselbe Vorlage hatte offensichtlich bereits 1515 Hans Wertinger für sein zur so genannten Pfalzgrafenserie Bischof Philipps von Freising gehörendes Bildnis Friedrichs I. (München, Bayerisches Nationalmuseum) gedient. Das Originalbildnis scheint heute nicht mehr erhalten zu sein, denn das im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg aufbewahrte Porträt Friedrichs I. d�rfte ebenfalls nur eine Kopie darstellen. Auf welche Version Peter Gertner als Vorlage seines Gemälde zurückgriff, ist nicht zu kl�ren.
Au�er für dieses für die Porträtgalerie des Pfalzgrafen Ottheinrich in der „Runden Stube“ des Neuburger Schlosses geschaffene Bildnis benutzte Peter Gertner dieselbe Vorlage für ein weiteres Porträt des Kurfürsten Friedrich I. vor einer Landschaft (Schweinfurt, Sammlung Georg Sch�fer).
 
Literatur:   Fudickar, Liselotte: Die Bildniskunst der Nürnberger Barthel Beham und Peter Gertner, Diss. masch. München 1942, S. 99 und S. 148, Kat.-Nr. 79.
L�cher, Kurt: Peter Gertner - ein Nürnberger Meister als Hofmaler des Pfalzgrafen Ottheinrich in Neuburg an der Donau, in: Neuburger Kollektaneenblatt, Jahrbuch 141, 1993, S. 5-133, hier S. 49ff.
Wagini, Susanne: Ottheinrichs Porträtgalerie in der „Runden Stube“ des Schlosses Neuburg an der Donau, München 1987 (Schriften aus dem Institut für Kunstgeschichte der Universität München Bd. 20), S. 19f. und 44f.
 
Person:   Friedrich I. der Siegreiche, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern, Kurfürst von der Pfalz
* 1.8.1425 in Heidelberg
† 12.12.1476 in Heidelberg, Grabstätte in der Jesuitenkirche, Heidelberg

Sohn von Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz und Mechthilde, Tochter des Grafen Amadeus von Savoyen; Bruder von Kurfürst Ludwig IV. von der Pfalz.

Als Vormund für seinen erst einj�hrigen Neffen Philipp übernahm Friedrich 1449 die Regentschaft in der Pfalz. Durch die Adoption des Neffen sicherte er sich die vollen Herrschaftsrechte, die zwar nicht vom Kaiser, dafür aber vom Papst und den Kurfürsten anerkannt wurden. Friedrich I. reformierte die Universität Heidelberg, konnte das Regierungsgebiet der Pfalz vergr��ern und die wirtschaftliche Kraft seines Landes steigern.
   
 
Maler:   Peter Gertner
* wohl gegen 1500 in Franken
† Sterbedatum und -ort unbekannt

Der Porträtmaler Peter Gertner, über dessen Leben wenig bekannt ist, schuf als Neuburger Hofmaler des Pfalzgrafen Ottheinrich umfangreiche Familiengalerien der Pfälzer Wittelsbacher. Sein Bildnisstil ist von den Anforderungen des höfischen Repräsentationsbildnisses geprägt. Während er Kleidung und Schmuck der Porträtierten große Aufmerksamkeit schenkt, neigt er bei der Darstellung der Personen zur Schematisierung.