© Bayerischer Landtag, München
Streicher, Julius
Geboren: Fleinhausen, 12.02.1885
Gestorben: Nürnberg (Hinrichtung), 16.10.1946
Beruf(e)/Ämter: Volksschullehrer, Hauptlehrer
Wohnort(e): Nürnberg
Konfession: katholisch
Parteizugehörigkeit: Der Völkische Block (DVB)
fraktionslos (08.1924-09.1925)
Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) (ab 09.1925)

Mitgliedschaft im
Bayer. Parlament:
Landtag: 1924-1933
Informationen zu den Landtagen bzw. Legislaturperioden:
Der Landtag 1924-1928 (3. Wahlperiode)  Der Landtag 1928-1932 (4. Wahlperiode)  Der Landtag 1932-1933 (5. Wahlperiode) 
Ausschüsse:
  • Ständiger Ausschuss (27.04.1928) stv. Mitglied 3.WP 1924-1928
  • Zwischenausschuss (09.07.1926) Mitglied 3.WP 1924-1928
  • Zwischenausschuss (21.07.1927) Mitglied 3.WP 1924-1928
  • Zwischenausschuss (09.07.1929) Mitglied 4.WP 1928-1932
  • Zwischenausschuss (31.07.1928) Mitglied 4.WP 1928-1932
  • Ständiger Ausschuss (07.04.1932) Mitglied 5.WP 1932-1933
Der Landtag 1924-1928 (3. Wahlperiode):
Stimmkreis:
  • Stkr.Nürnberg I,II,IV/Mfr
Der Landtag 1928-1932 (4. Wahlperiode):
Stimmkreis:
  • Stkr.Nürnberg I bis IV/Mfr
Der Landtag 1932-1933 (5. Wahlperiode):
Stimmkreis:
  • Stkr.Nürnberg I,III und IV/Mfr

Biogramm:
  • Ab 1909 Lehrer in Nürnberg, bis 1928 Anstellung am Scharrerschulhaus
  • 1912 Mitglied der Demokratischen Partei
  • 1914 Kriegsdienst, Juli 1917 Beförderung zum Leutnant
  • Ab 1918 Mitglied des "Deutsch-völkischen Schutz- und Trutzbunds" und Betätigung als antisemitischer Hetzredner
  • 1920 Eintritt in die antisemitische "Deutschsoziale Partei" (DSP), ab Juni 1920 Herausgeber des Parteiorgans "Der Deutsche Sozialist"
  • 1921-1922 Mitglied der "Deutschen Werkgemeinschaft" und ab Okt. 1921 Herausgeber von deren Zeitung "Deutscher Volkswille"
  • Okt. 1922 Übertritt mit 2000 Mitgliedern der DSP zur NSDAP nach einer Rede Hitlers in Nürnberg
  • 1923-1945 Herausgeber des antisemitischen Hetzblatts "Der Stürmer" (erste Nummer am 16.04.1923)
  • Teilnehmer am Hitler-Putsch 1923, infolge dessen vom Schuldienst suspendiert, einmonatige Haft in Landsberg
  • 1924 gemeinsam mit Hermann Esser Gründung der Großdeutschen Volksgemeinschaft, im Juli 1924 deren 1. Vorsitzender
  • 1925 NSDAP-Stadtrat und Ortsgruppenleiter in Nürnberg
  • Auf seine Initiative Bildung einer NSDAP-Fraktion im Landtag aus früheren Abgeordneten der Großdeutschen Volksgemeinschaft bzw. des Völkischen Blocks
  • 02.04.1925 von Hitler zum Gauleiter der NSDAP in allen drei fränkischen Regierungsbezirken ernannt (konnte sich in Ober- und Unterfranken allerdings nicht auf Dauer behaupten)
  • 1928 nach Teilung des Gaus Franken Gauleiter des Untergaus Nürnberg-Fürth
  • 1930 Gauleiter von Mittelfranken (1936 in Franken umbenannt)
  • 1933 Herausgeber der "Fränkischen Tageszeitung"
  • 12.01.1933 Mitglied des Reichstags
  • 28.03.1933 Leiter des Zentralkomitees zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Boykotthetze, das für die am 01.04.1933 durchgeführten antijüdischen Boykottmaßnahmen verantwortlich war
  • Mai 1934 Regierungspräsident von Ober- und Mittelfranken
  • SA-Gruppenführer
  • 13.02.1940 wegen Bereicherung an arisiertem jüdischen Besitz, Misshandlung von Gefangenen und anstößigen Lebenswandels von Hitler seiner Ämter enthoben, ohne Titel des Gauleiters zu verlieren und auf Herausgeberschaft des "Stürmers" verzichten zu müssen
  • Rückzug auf sein Gut Pleikershof bei Cadolzburg
  • 23.05.1945 Festnahme in einem österreichischen Dorf bei Berchtesgaden
  • 20.09.1946 vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt, am 16.10.1946 gehängt
  • Beratung und Genehmigung zur Strafverfolgung wegen Beleidigung und Einleitung eines Disziplinarverfahrens (StB Bd. 640, S. 864-878)
  • Beratung und Genehmigung zur Strafvollstreckung (StB Bd. 642, S. 805-808)
  • Beratung und Genehmigungen zur Strafverfolgung wegen eines Vergehens der öffentlichen Beleidigung und wegen eines Vergehens der Verleumdung (StB Bd. 644, S. 646-648)
  • Beratung und Genehmigung zur Strafverfolgung gem. §§ 7, 18 Reichspressegesetz (StB Bd. 644, S. 714)
  • Beratung und Genehmigung zur Strafverfolgung wegen Religionsvergehens (StB Bd. 657, S. 94)
  • Beratung und Genehmigung zur Strafverfolgung wegen eines Vergehens gegen § 166 RStGB (StB Bd. 657, S. 254)
  • Beratung und Genehmigung zur Strafverfolgung wegen fortgesetzter übler Nachrede (StB Bd. 658 , S. 79 ff.)
  • Beratung und Genehmigung zur Strafverfolgung wegen vollendeten und versuchten Betrugs (StB Bd. 659, S. 272)
  • Beratung und Genehmigung zur Vollstreckung der durch das Urteil des Schwurgerichts Nürnberg wegen eines Vergehens gegen § 166 RStGB ausgesprochenen Gefängnisstrafe von 2 Monaten (StB Bd. 660, S. 463)
  • Beratung und Genehmigung zur Strafverfolgung wegen Beleidigung (StB Bd. 660, S. 464)
  • Beratung und Genehmigung zur Strafverfolgung wegen tätlicher Beleidigung (StB Bd. 661, S. 893)
  • Beratung und Genehmigung zur Strafverfolgung wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutze der Republik (StB Bd. 661, S. 1094)
GND: 118619233
Literatur/Quellen:
  • Weiß, Hermann [Hg.], Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. Sonderausgabe Frankfurt a.M. 1999, S. 449f.

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