Bild nur auf CD-Rom verfügbar.
Schlaffer, Joseph
Geboren: Kallmünz, Bezirksamt Burglengenfeld, 27.03.1891
Gestorben: Berlin, 26.04.1964
Beruf(e)/Ämter: Maschinenschlosser
Wohnort(e): München
Konfession: konfessionslos
Parteizugehörigkeit: Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

Mitgliedschaft im
Bayer. Parlament:
Landtag: 1924-10.10.1927
Informationen zu den Landtagen bzw. Legislaturperioden:
Der Landtag 1924-1928 (3. Wahlperiode) 
Ausschüsse:
  • Ausschuss für Verfassungsfragen (27.06.1924) Mitglied 3.WP 1924-1928
  • Zwischenausschuss (16.07.1925) Mitglied 3.WP 1924-1928
  • Zwischenausschuss und des Ständiger Ausschuss (01.08.1924) Mitglied 3.WP 1924-1928
Der Landtag 1924-1928 (3. Wahlperiode):
Stimmkreis:
  • Stkr.München III,IV,V/Obb
Mandatsunabhängige Funktionen:
Mitgliedschaft in anderen Parlamenten:
  • 1930-1932 Mitglied des Deutschen Reichstags

Biogramm:
  • Schlosserlehre
  • Anschließend auf Wanderschaft
  • 1911 als Heizer zur Marine eingezogen
  • 1912 SPD-Mitglied
  • 1914-1918 U-Boot-Matrose im Ersten Weltkrieg
  • 1918 Mitglied des Soldatenrats in Brunsbüttelkoog
  • Nach Kriegsende Übersiedelung nach München und Betriebsratsvorsitzender bei der Reichsbahn
  • Eintritt in die USPD
  • 1920 KPD-Mitglied
  • 1921 wegen Beteiligung an den Aufstandsvorbereitungen im Zuge der März-Aktion der KPD verhaftet und zu 3 Jahren Haft verurteilt
  • 1924 vorzeitige Haftentlassung und Wahl in den Bayerischen Landtag
  • Politischer Leiter der KPD für Nord- und Südbayern
  • Aug. 1924 erneut zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt
  • 1925 ZK-Mitglied der KPD
  • Jan. 1926 vom Staatsgerichtshof wegen Weiterführung der illegalen KPD in Bayern zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt
  • Anschließend in der Illegalität
  • 1925-1926 vorübergehend Politischer leiter des KPD-Bezirks Halle-Merseburg
  • 1926 nach Aufhebung seiner Immunität als MdL als KPD-Vertreter zur Komintern nach Moskau delegiert
  • Ende 1926 Rückkehr nach Deutschland und Politischer Leiter im Saargebiet
  • Aug. 1927 im Saargebiet verhaftet und ins Deutsche Reich abgeschoben, dort erneut verhaftet
  • 1928 politische Amnestie
  • 1929-1932 Politischer Leiter der KPD in Württemberg
  • 1930 Wahl in den Deutschen Reichstag
  • 1932 als Politischer Leiter wegen Erfolglosigkeit der KPD bei den Kommunalwahlen abgesetzt und im Zuge der Richtungskämpfe innerhalb der KPD zunehmend isoliert
  • Zunächst im Rheinland aktiv, dann in Berlin als Leiter des Kampfbundes gegen den Faschismus
  • Nach 1933 Existenz als erfolgreicher Geschäftsmann unter falschem Namen in Berlin
  • 1936 vorübergehend verhaftet
  • 1937 erneut in Haft
  • Bis 1943 in verschiedenen Berufen tätig
  • 1943 Einzug zur Wehrmacht
  • 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Küstrin, Wahl zum politischen Leiter der gefangenen Kommunisten, schließlich politischer Kommandant des Lagers
  • Von der sowjetischen Militärverwaltung mit dem Aufbau einer Zentralverwaltung für die Umsiedlung der Deutschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten beauftragt
  • Nach seiner Entlassung von diesem Posten Direktor des Industrieverbandes Eisen und Metall des Landes Brandenburg
  • Bis zur eigenen Kündigung 1948 Direktor der Hüttenwerke Henningsdorf
  • 1948 wegen angeblicher Spitzeltätigkeit vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet und 2 Monate festgesetzt, anschließend als "Gestapoagent" den deutschen Behörden übergeben
  • 14.03.1949 entlassen und aus der SED ausgeschlossen
  • Anschließend zurückgezogenes Leben in West-Berlin
  • 1956 von der zentralen Parteikontrollkommission der SED rehabilitiert
GND: 130194387
Literatur/Quellen:
  • Mehringer, Hartmut, Die KPD in Bayern 1919-1945. Vorgeschichte, Verfolgung und Widerstand, in: Broszat, Martin/Mehringer, Hartmut (Hg.), Bayern in der NS-Zeit, Bd. V: Die Parteien KPD, SPD, BVP in Verfolgung und Widerstand, München/Wien 1983, S. 23
  • Weber, Hermann/Herbst, Andreas, Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, Berlin 2004, S. 662 ff.

Druckversion