Nach einem Erlass der Fürstbischofs von Würzburg im Mai 1790 wurden 2.068 Soldaten in Transportkähnen zum Einsatz im damaligen Luxemburg verschifft, um bei der Niederschlagung der dortigen revolutionären Unruhen zu helfen.
Schützenscheibe mit Darstellung der Soldatenverschiffung bei Würzburg, 1790
Foto: Andreas Bestle / Original: Mainfränkisches Museum Würzburg / Leihgeber: Königlich Privilegierte Hauptschützengesellschaft Würzburg von 1392
Menschenhandel am Main?
Verschiffung von Soldaten
Im 18. Jahrhundert wurde der Main mehrfach Schauplatz von Soldatenverschiffungen. Um die leere Staatskasse aufzufüllen, verkaufte der Markgraf von Ansbach-Bayreuth im Jahr 1777 Truppen an den englischen König, der Soldaten für den Krieg gegen die nach Unabhängigkeit strebenden nordamerikanischen Kolonien benötigte.

Zwischen 1777 und 1782 begannen in Ochsenfurt und Marktsteft für mehr als 2.000 Soldaten die strapaziösen Überfahrten nach Amerika. Der Weg der Schiffe führte über den Main und die Niederlande nach England, von wo aus die Truppen nach Amerika übersetzen. Nur etwa die Hälfte der verkauften Soldaten kehrte später zurück.

Auch in Würzburg verlieh man Truppen. Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal verschiffte 1790 etwa 2.000 Soldaten und kam damit den Österreichern zu Hilfe, die sich gegen eine Revolte im heutigen Belgien zu Wehr setzten.