Mit dem Umbau der Mainlände in den 1980er Jahren hat sich das Erscheinungsbild des Ortes Veitshöchheim verändert. Das frühere Koppesland musste den Mainfrankensälen weichen.
Veitshöchheim mit Rokokogarten, 1960er Jahre
Postkarte / Aufnahme: Martin Luftbild / Original: Gemeindearchiv Veitshöchheim
Kraut und Rosen
Veitshöchheim
Jedes Jahr zieht es zahlreiche Touristen über den Main mit Personenschiffen nach Veitshöchheim. Ziel ist die ehemalige Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Würzburg. Der dazugehörige Rokokogarten mit den Wasserspielen wurde im Jahr 1702 angelegt. Er diente aber nicht nur als Lustgarten für den Adel, sondern auch zur Versorgung des Hofes. Der Gemüsegarten war symmetrisch angeordnet und nach den Farben der Pflanzen sortiert.

Die einfache Bevölkerung dagegen nutzte ab dem 18. Jahrhundert das Koppesland, dessen Name sich von Kraut- oder Kohlland ableitet. Die Veitshöchheimer konnten kleine Parzellen (17,5 m²) pachten, die nicht eingezäunt waren. Diese Kleinflächen dienten besonders in Krisenzeiten zur Versorgung der Familien, die keinen eigenen Garten besaßen. Mit der steigenden Lebensqualität wurde das Koppesland immer weniger benötigt. 1982 musste es dem Bau der Mainfrankensäle weichen.