Bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert hatte die Tracht des Ochsenfurter Gaus eine solch farbenfrohe und prunkvolle Ausformung entwickelt, dass sie zwischen den anderen Trachten der Region hervorstach.
Bayrische Volkstrachten aus dem Würzburg-Ochsenfurter Gau, 1914
Postkarte / Farblithografie
Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg (bapo-08732)
Welchen Nutzen hat ein Mutzen?
Tracht im Maingebiet
Tracht bezeichnet einen regionaltypischen, konfessionsgebundenen Kleidungsstil, der im Gegensatz zur städtischen Mode steht. Rock, Schürze, Tuch, Hemd und die als Mutzen bezeichnete Trachtenjacke, bilden die Bestandteile der Tracht im Maingebiet. Katholische Trachten sind besonders prachtvoll gestaltet, wohingegen evangelische Trachten schlichter gehalten sind und wegen der dunklen Farbgebung strenger wirken.

Das Paradebeispiel für die bunte, katholische Tracht ist die des Ochsenfurter Gaus. Vor allem Schürze und Mutzen waren aufwändig verziert und verdeutlichten den sozialen Stand der Trägerin. Diese unterfränkische Festtracht trugen die Frauen allerdings nur an hohen Feiertagen.

Seit 1945 verlor die Tracht zunehmend an Bedeutung. Mittlerweile hat sie keine repräsentative Funktion mehr.