Baden im Main war früher ein ganz normaler Freizeitspaß. Die Bäder waren meist ufernahe Holzkonstruktionen im Fluss. Bundeswasserstraße und Verschmutzung ließen die Mainbäder in den 1950er und 1960er Jahren verschwinden.
Mainbad in Haßfurt, um 1950
Fotografie Stadtarchiv Zeil am Main / Ludwig Leisentritt
Auf ins kühle Nass!
Flussbäder am Main
Medizinische Entdeckungen führten im 18. Jahrhundert zu einer Änderung des Badeverhaltens der Menschen. War man im Mittelalter der Meinung gewesen, Wasser mache krank, rückte nun der hygienische Aspekt in den Vordergrund. Als besonders gesund galt kaltes Flusswasser.

Die erste Flussbadeanstalt am Main entstand 1800 in Frankfurt. Später gab es entlang des bayerischen Mains in den meisten Ortschaften Flussbäder. Manche waren nur Stege im Wasser, andere schwimmende Badeanstalten. In Würzburg befand sich sogar ein Wellenbad. Männer und Frauen badeten lange Zeit getrennt.

Das Ende für die meisten Flussbäder kam in den 1960er Jahren mit dem Mainausbau. Aber auch schlechte Wasserqualität und Bakterienbefall führten zu Schließungen.
 
Mädchen und Frauen badeten lange Zeit ziemlich verhüllt. Erst nach und nach entwickelte sich freizügigere Badebekleidung.
Acht Damen mit dem „Bademeister“ im Flussbad in Klingenberg am Main, Anfang 20. Jh.
Foto: Weinbau- und Heimatmuseum Klingenberg am Main