Die Luft in der Umgebung des Gradierwerks galt durch den hohen Salzgehalt als gesundheitsfördernd. Darum wurden das Wandeln und der Aufenthalt bei den Bauten gerne als Freiluftkur verschrieben.
Liegeraum im Gradierwerk, um 1900
Postkarte, Original: Stadtarchiv Bad Kissingen
Das „Weiße Gold“ von Bad Kissingen
Das Gradierwerk
Schon im 9. Jahrhundert finden sich Belege für eine Saline in Kissingen, in der in großen Sudpfannen aus dem dort vorkommenden Salzwasser, der Sole, Salz gewonnen wurde. 600 Jahre später wurden haushohe und gut eineinhalb Kilometer lange Holzbauten errichtet. In ihnen befanden sich Kästen mit Stroh, später mit Dornzweigen, die als eine Art Filter für das salzhaltige Quellwasser dienten. Beim Prozess des „Gradierens“ rieselte das Wasser von oben über das Zweiggeflecht nach unten. Es entstand eine konzentrierte Sole, die im weiteren Verlauf der Salzgewinnung diente.

Über die frühen Vertriebswege des Salzes selbst ist wenig bekannt. Die Lage der Produktionsstätte an der Fränkischen Saale, einem Nebenfluss des Mains, legt jedoch einen Transport zu Wasser nahe. Noch bis 1963 wurde in Bad Kissingen Salz produziert. Eines der Gradierwerke kann noch heute besichtigt werden.
 
Bis zu eineinhalb Kilometer zogen sich früher in Bad Kissingen die Gradierbauten am Ufer der Fränkischen Saale entlang. Bis heute sind Teile des Gradierwerks erhalten und in Betrieb.
Gradierbau der Unteren Saline, um 1860
Foto: Stadt Bad Kissingen