Magazin : EDITION BAYERN Sonderheft #9

Geschichtskultur in Bayern Manfred Treml D er Freistaat Bayern hat sich 1946 „angesichts des Trümmerfel- des“ dafür entschieden, die Kultur- und Heimatpflege in den Artikeln 131 und 140 in seine Verfassung aufzunehmen. Diese verpflichten Staat und Gemeinden zur aktiven Unterstützung kultu- reller Aktivitäten, zur gezielten Förderung von Kunst undWissen- schaft, zur Erhaltung und zum Schutz des kulturellen Erbes, aber auch zu obersten Bildungszielen wie Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und die Liebe zur bayerischen Heimat. Der so grundgelegte Kulturstaat Bayern hat seine Ausgestaltung in vielen Gesetzen und Verordnungen gefunden, er hat Institutio- nen geschaffen und gesellschaftliche Entwicklungen angeregt, die bayerische Stammestraditionen aufnahmen, die regionale Vielfalt berücksichtigten und zugleich einen erfolgreichen Modernisierungsprozess in Gang setzten, der das Land erheblich veränderte. Auf dieser Grundlage ist eine breit gefächerte Geschichtskultur entstanden, die Rahmenbedingungen auch für individuelles Geschichtsbewusstsein schafft. Unter diesem Begriff lassen sich Ins- titutionen wie „Universität, Schule, Verwaltung, dieMassenmedien und andere kulturelle Einrichtungen zum Ensemble von Orten der kollektiven Erinnerung“ vereinigen und „Funktionen der Belehrung, Standbild Ludwigs I. im Treppenhaus der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Der bayerische König verfolgte das Ziel, durch eine eigene Geschichtspolitik, zu der auch die Errichtung von Museen und Baudenkmälern zählte, die Identifikation der Bürger mit dem Land Bayern zu stärken. Die Fundamente des Freistaates Bayern 82

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