Magazin : EDITION BAYERN Sonderheft #9

Marke Bayern Egon Johannes Greipl A m 3. April 2016 habe ich ein bisschen gegoogelt und he- rausgefunden, dass „Bayern“ eine ziemlich bekannte Marke ist: 264 Millionen Treffer. Dann habe ich differenziert: „Freistaat Bayern“ brachte 0,8 Millionen, „Bayerische Verfassung“ nur 0,2 Millionen. „Neuschwanstein“ schnitt mit 6,4 Millionen erwar- tungsgemäß gut ab. Doch das war alles nichts gegen „Bayern München“, das ein Vielfaches von Freistaat und Verfassung, nämlich 52,3 Millionen Treffer landete und damit wesentlich mehr als „Oktoberfest“ mit knapp 30 Millionen. Interessant war, dass „Bayerische Motorenwerke“ bei 0,5 Millionen hängen blieben, „BMW“ aber 417Millionen erzielte, also 153Millionen mehr als „Bayern“. Schon bei Aufenthalten in China und in der Ukraine war mir aufgefallen, dass man Neuschwanstein und das Oktoberfest spontan mit Bayern in Verbindung bringt, nicht aber die begehrten Autos aus Dingolfing, Regensburg, Landshut und München. Corporate Design – Hallo, Lederhose und Tschüss Eine „Marke“ muss einheitlich und erkennbar sein. Seit mehr als 200 Jahren versucht der bayerische Staat, aus Franken, Schwa- ben, Oberpfälzern, Niederbayern, Oberbayern, später auch noch mit den Vertriebenen und Flüchtlingen eine Einheit zustande zu bringen – trotz der unterschiedlichen Konfessionen, Dialekte, „Wald, Gebirg und Königstraum“: Bereits kurz nach dem tragischen Tod des „Märchenkönigs“ setzte die Vermarktung seiner Schlösser ein – nicht zuletzt, um den daraus entstandenen Schuldenberg abzutragen. Heute sind die Schlösser Ludwigs II. der Magnet für Touristen aus aller Welt. Selbstbewusst! Eigen! Widerspenstig! – Die Rolle Bayerns im Bund 126

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