Previous Page  8 / 92 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 8 / 92 Next Page
Page Background

Kräften des folgenden Eiszeitalters, des

Pleistozäns (als Teil des Quartärs, Beginn

vor ca. 2,7 Millionen Jahren) stellen. In

seinem Verlauf wechselten Warm- und

Kaltzeiten, später Eiszeiten, miteinander

ab. Durch die vermehrte Wasserführung

der Fließgewässer, vor allem während der

Eis- und Schneeschmelze auch schon in

den frühen kühleren Phasen dieser Epo­

che, und durch die weitere Landhebung

tieften sich die größeren Flüsse verstärkt

ein und legten sich nun in breiten Talsoh­

len fest. Diese quartären Täler, die in das

Hügelland regelrecht eingeschachtelt sind

(die Isar bis zu 100 Meter), waren Teil einer

klimatisch bedingten neuen Reliefgenera­

tion imWechsel von Eis- undWarmzeiten.

Der große Sedimentanfall in den Eiszeiten –

wenig Abfluss, kaum Transport, jahreszeit­

lich auftauender Dauerfrostboden und sein

zähes Fließen ins Tiefere – ließ mächtige

Schotterdecken in den Flusstälern entste­

hen. Starker Schmelzwasserabfluss durch

das Tauen der alpinen Vorlandgletscher

am Übergang von den Eis- zu den Warm­

zeiten zerschnitt diese Sedimentpakete

wieder, räumte sie aber nur teilweise aus,

bevor sich ein neuer, jüngerer und tieferer

Talboden formte. Es kam zu einer Abfolge

von Flussterrassen, die man im bis zu vier

Kilometer breiten Tal der Isar mindestens

den letzten beiden Eiszeitkomplexen Riss

undWürm zuordnen kann.

I M HEU T I G E N L AND S C H AF T S BILD

thront die

Burg Trausnitz auf einem spornartigen

Vorsprung der tertiären Ablagerungen

über dem breitsohligen quartären Isartal,

in dem Landshut seine Lage als Brücken­

siedlung auf einem hochwasserfreien

Terrassenrest fand. Der Raum um Lands­

hut war während der Eiszeiten Periglazial­

gebiet. Die aus dem Gebirge nach Norden

vorrückenden Gletscher erreichten ihn

nicht, gleichwohl unterlag seine Ober­

flächenformung den Wirkungen des

kaltzeitlichen Klimas und der Schmelzwäs­

ser, die vom Isar-Loisach- und westlichen

Inngletscher zur Donau hin abflossen.

I M FL ANK IE R E ND E N HÜG E LL AND

näherte

sich das Reliefbild allmählich dem uns

vertrauten Eindruck an. Im„Tundrenklima“

der Eiszeiten spielte auch der Transport von

Sediment durch Wind eine landschaftsfor­

mende Rolle. Aus den vegetationslosen,

breiten Schotterfluren wurde feinkörniges

Material bis zu einer bestimmten Korngröße

äolisch aufgenommen, transportiert und

wieder abgelagert. Es entstanden Löss­

6 GEOLOGIE