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B

ereits vor dem 11. Jahrhundert existierte die Straße, die

Norditalien über Mitteleuropa mit Skandinavien verband.

Auf dieser Route zwangen die Hochwasser der Itz die

reisenden Kaufleute und Pilger, wochenlang auf der

trockenen Terrasse an der„Coburger Pforte“ zu verharren. Die

Händler nutzten die Wartezeit an diesem Handelsplatz, der sich

vermutlich auf diese Weise dann zur Marktsiedlung entwickelte.

Ihrem Namen„Trufalistat“ zufolge ist sie vermutlich im 6./7. Jahr–

hundert entstanden. Die westliche Mauer des Orts verlief bis zu

einem Brand im 13. Jahrhundert über den heutigen Marktplatz

und ihr Zentrum gruppierte sich um die erste Morizkirche – im

10. Jahrhundert ein vom Friedhof gesäumtes Kirchlein. Die

Prozessionen mit Reliquien des ottonischen Reichsheiligen

Mauritius, dem als Märtyrer verehrten ägyptischen Legionär der

spätrömischen Armee, in den Zentralort des Reichs, Magdeburg,

machten im 10., 11. und 13. Jahrhundert hier Station – so kam die

Kirche zu ihrem Mauritiuspatrozinium.

Eine zweite Keimzelle der Stadt stellte die Coburg auf dem Berg

dar. Richeza von Lothringen, Nichte Kaiser Ottos III., schenkte sie

1056 mit Saalfelder Besitzungen dem Erzstift Köln, von wo aus sie

dem 1074 gegründeten Benediktinerkloster Saalfeld als Ausstat-

tung zugeschlagen wurde.

Die Talsiedlung Trufalistat erlebte im 12. Jahrhundert ein rasantes

Wachstum und übernahm nach 1150 den Namen der Coburg.

1217 wurde St. Moriz Pfarrei. Ab 1260, als die Grafen von Henne-

berg Coburg erworben hatten, musste die bis dahin in der Burg

residierende saalfeldische Klosterpropstei weichen. Sie etablierte

sich an ihremWirtschaftshof hinter der nunmehrigen Pfarr- und

Propsteikirche St. Moriz.

von der mi ttelalterl ichen Handels-

zur modernen Kultur- und Industri estadt

coburg

Idealisierte Ansicht des

Inneren Ketschentores

um 1700

„SIGILLUM CIVITATIS IN KOBURCH“

Stadtsiegel 1272

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geschichte