Seite 95 - EDITION Bayern : Industriekultur in Bayern

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Alten Realgymnasium gewesen. Max Th.
Edelmann stand als Mitglied des Muse-
umsbeirats dem Deutschen Museum
insbesondere bei der Einrichtung der
physikalischen Abteilung beratend zur
Seite, speziell bei der Demonstration des
Erdmagnetismus und der Akustik, die
auch mit seinen Erzeugnissen ausgestat-
tet wurde.
Max Th. Edelmann, in München bekannt
und beliebt, erfuhr in seinem Wirken
große öffentliche Anerkennung und
erhielt für seine Verdienste Auszeich-
nungen und Orden von mehreren Nati-
onen. Er war einer der ältesten Philister
des studentischen Korps Germania, Mit-
glied beim Verband der Prinz-Luitpold-
Kanoniere – er war Artillerist im Preu-
ßisch-Österreichischen Krieg von 1866
gewesen –, aber auch außerordentliches
Mitglied der Künstlergesellschaft Allo-
tria und gehörte mehreren Vereinen an,
so den ersten Automobilclubs und dem
Isartalverein. Max Th. Edelmann starb
1913 und wurde unter großer Anteil-
nahme der Münchner Bevölkerung am
Waldfriedhof beigesetzt.
DIE ZWEITE GENERATION
Die beiden Söhne widmeten sich eben-
falls den Naturwissenschaften. Otto
Edelmann (geb. 1870) wurde Oberinge-
nieur und stand der elektrotechnischen
Abteilung der Landesgewerbeanstalt in
Nürnberg vor. Sein vier Jahre jüngerer
BruderMax führte dasWerk seines Vaters
in kongenialer Weise fort. Er besuchte
das humanistische Max-Gymnasium
in München, die weiteren Stationen
entsprechen mit dem Besuch der Tech-
nischen Hochschule und der Universität
München sowie einer dreijährigen Assis-
tententätigkeit fast dem Werdegang sei-
nes Vaters. Max Edelmann promovierte
1898, heiratete 1899 und trat im gleichen
Jahr in die väterliche Firma ein. Der Erd-
magnetismus war auch für ihn ein bevor-
zugtes Betätigungsfeld, wofür er schon
als 26-Jähriger vom russischen Reich aus-
gezeichnet wurde. Sein Gemeinsinn und
insbesondere sein Einsatz für das Ausbil-
dungswesen in seinem Fach ließen ihn
zahlreiche Ämter übernehmen. Er wurde
1909 Handwerkskammervorstand und
Vorsitzender der Meisterprüfungskom-
mission für Mechaniker, gehörte mehre-
ren Bildungsausschüssen an und gab seit
Anfang der 1920er-Jahre ehrenamtlich
Kurse in Elektrotechnik. Rund 25 Jahre
lang war er vereidigter Gerichtssachver-
ständiger für Physik und das gesamte
Automobilwesen.
In der Firma, in der 40 bis 50 Personen
beschäftigt waren, ging es erfolgreich
voran. 1914 begann die Fertigung von
Fotoapparaten vom Typ einer Klapp-
bodenkamera mit eigenen technischen
Ergänzungen. Der Ausbruch des Ersten
Max Th. Edelmann stand mit den Wissen-
schaftlern seiner Zeit in engem Austausch,
insbesondere die Medizin fand sein Interes-
se. Er fertigte das von Hermann von Helm-
holtz für die Untersuchung der Muskelmo-
torik entwickelte Helmholtz’sche Pendel.
Max Th. Edelmann gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Museums. Auch
die nächste Generation blieb dem Technikmuseum verbunden. Max Edelmann sorgte 1921
für die Aufhängung des Foucault’schen Pendels im Deutschen Museum, das bis heute die
Besucher anzieht.
Die zweite Generation: der Wissenschaftler
und Unternehmer Professor Max Edelmann
Von der nicht in Serie gegangenen Klapp-
bodenkamera aus dem Hause Edelmann
haben sich nur wenige Exemplare erhalten.