Seite 69 - EDITION Bayern : Industriekultur in Bayern

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Joseph Anton von Maffei
geb. am 4. September 1790, gest. am 1. September 1870 in München
Der Sohn eines oberitalienischen Kaufmanns hatte 1816 mit der Gründung einer Tabakmanu-
faktur in München die Zeichen der Zeit, das Problem der Kapitalbeschaffung für Firmengrün-
dungen, erkannt. Maffei gilt als eine treibende Kraft bei der Gründung der Bayerischen Hypo-
theken- und Wechsel-Bank im Jahr 1835. Er gehört zudem zu den Pionieren des Eisenbahn-
baus, der für Bayern Initialzündkraft hinsichtlich der Industrialisierung haben sollte. Ein Dorn
im Auge war dem Unternehmer die Abhängigkeit von England, woher man alle Lokomotiven
beziehen musste. Aus diesem Grund ließ er in seinem Münchner Hammerwerk 1841 die erste
bayerische Lok, den „Münchner“, nachbauen. Maffei gehört zu jenemUnternehmertypus, der
sich durch eine ungeheure Vielfalt von Aktivitäten auszeichnete: Neben der Fabrikation von
Eisenbahnen und Dampfschiffen, der Beteiligung an Papiermühlen und Brauereien, demTorf-
abbau in Iffeldorf geht auch das bis heute bestehende Luxushotel „Bayerischer Hof“ in Mün-
chen auf Joseph Anton von Maffei zurück.
Joseph Anton von Maffei, zeitgenössisches
Porträt
Das 1830 entstandene re-
präsentative Gemälde von
Peter Heß stellt eine Jagd-
gesellschaft bei Baron von
Eichthal dar; unter dem
Baum in der Bildmitte ist
Simon von Eichthal mit
seinen beiden Söhnen zu
erkennen.
Die Lokomotive „Kufstein“ der Bayerischen Staatsbahn, gebaut von der Firma Krauss & Maffei