Seite 41 - EDITION Bayern : Industriekultur in Bayern

Basic HTML-Version

INDUSTRIEKULTUR IN BAYERN
39
vornehm ausgestattetes Theater, gesunde Arbeiterwohnhäuser,
eine Lungenheilstätte, neue Flußüberbrückungen, eine weitaus-
gedehnte Straßenbahn, Erholungsstätten, wie das Maxfeld, die
Rosenau, der Luitpoldhain, großartige Denkmäler und Kunst-
brunnen wurden errichtet, die das Stadtgebiet einengenden vier-
zehn Vorortgemeinden einverleibt –; ein Künstlerheim mit Aus-
stellungsgelände … ein Luitpoldhaus zu Bildungs- und Muse-
umszwecken stehen in der Ausführung: sind das nicht wichtige
Marksteine der gewaltigen Entwicklung der Stadt in der kurzen
Zeit?“
Literatur
Deneke, Bernward (Hg.): Geschichte Bayerns im Industriezeitalter in Tex-
ten und Bildern, Stuttgart 1987; Krauss, Marita: Von Ludwig II. zu Lud-
wig III. –Modernisierungsprozesse in Bayern, in: Wolf, Peter u. a. (Hg.): Göt-
terdämmerung. König Ludwig II. und seine Zeit. Aufsätze, Augsburg 2011,
S. 96–106; Kramer, Ferdinand: ,Gründerzeiten‘ – Aspekte der industriellen
EntwicklungdesKönigreichsBayernimVergleichzuanderendeutschenStaa-
ten, in: ebd., S. 91–95; Schlögl, Alois: Bayerische Agrargeschichte, München
1954; Glaser, Hermann: Zwischen Idyll und Industrie. Nürnberg – Fürth, in:
Bonhage, Hans Joachim/Röhring, Hans-Helmut: Bayern, Hamburg 1982,
S. 86ff.; Glaser, Hermann u. a.: Industriekultur in Nürnberg, München 1983
Im Gegensatz zu den gut gekleideten Absolventinnen der Höheren
Mädchenschule fällt auf diesem Klassenfoto einer ländlichen Volks-
schule das Fehlen jeden Schuhwerks auf. Wohl eigens für diesen
Anlass sind aber alle in ordentlich geknöpften Hemden oder Jacken
erschienen, ein Junge (links neben dem Lehrer) trägt sogar den in
allen Schichten beliebten Matrosenanzug.
Im Jahr 1918 stellte sich die Klasse VI B der Höheren
Mädchenschule Nürnberg dem Fotografen. Das Ambi-
ente suggeriert mit dem Gobelinsessel rechts eine bür-
gerliche Welt, der Kochtopf vorn darf als Verweis auf
die häusliche Arbeit gesehen werden.