Seite 142 - EDITION Bayern : Industriekultur in Bayern

Basic HTML-Version

140
DAS MUSEUM INDUSTRIEKULTUR IN NÜRNBERG
Im Kolonialwarenladen von einst gab es Erzeugnisse aus Übersee zu
kaufen: Kaffee, Tee, Kakao, Zucker, Reis und vieles mehr. Von Hand
abgewogen und verpackt, gingen die edlen Produkte über den
Ladentisch. Später erweiterten die meisten Kolonialwarenhändler ihr
Sortiment und boten auch hiesige Alltagsprodukte an: Bier, Wurst,
Gurken und Kraut aus dem Fass, aber auch Seifen und Waschmittel.
Diese Ladeneinrichtung der 1920er-Jahre hat im Museum Industrie-
kultur nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch unzählige Verehre-
rinnen und Verehrer gefunden. Neben der historischen Originalaus-
stattung sind es vor allem die Verpackungen längst verschwundener
Marken, die so manche Erinnerung, insbesondere beim älteren
Publikum, wecken.
Im Arbeitervereinslokal
verbrachte man gemeinsam
die knapp bemessene Frei-
zeit. Hier wird das breite
Spektrum des Vereinslebens
der Arbeiterschaft gezeigt,
das von den Sportlern bis zu
den Sängern reichte und
auch Aktivitäten aller politi-
schen Schattierungen um-
fasste. Die „Kneipe“ ist aber
auch ein Ort, an dem sich
ganz andere Probleme sicht-
bar machen lassen wie bei-
spielweise das Thema Armut
und Alkohol, wenn der karge
Inhalt der Lohntüte gleich
dort aufgebraucht wurde,
was die oft vielköpfigen
Familien in große Not stürzte.