Seite 141 - EDITION Bayern : Industriekultur in Bayern

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DAS MUSEUM INDUSTRIEKULTUR IN NÜRNBERG
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Nur ein kleiner Bruchteil der in den Museums-
depots gelagerten umfangreichen Computer-
und Computerspiele-Sammlung hat Eingang
in das Schaufenster zur Computergeschichte
gefunden, so zum Beispiel der Apple II von
1977, der IBM-PC von 1981, der Apple Lisa von
1983 oder auch der Commodore Amiga 500.
Mancher Besucher schaut hier wehmütig auf
seinen ersten Computer, der ein wichtiger
Faktor seiner Jugend war.
Mit dem „Heinzelmann“ hat alles angefangen. Max Grundig bot den
Einkreisempfänger für Kurz-, Mittel- und Langwelle 1947 als Baukas-
ten an, zum Preis von 176 Reichsmark. Und die Idee kam an. Mit Fleiß,
Tatkraft und Ideen wurde Grundig zu einem der erfolgreichsten Un-
ternehmer jener Jahre des „Wirtschaftswunders“. „Mut, Optimismus,
eine gesunde Einstellung zum Leben und Freude an der Arbeit“
nannte er als Voraussetzungen für den Aufbau seines Weltunterneh-
mens. In den 1990er-Jahren fiel Grundig dem strukturellen Wandel
der Region von einer Stadt der Industrie hin zur Metropole von
Dienstleistungen, Forschung und Wissenschaft zum Opfer. Heute
haben Unternehmen der Hightechbranche, Forschungsinstitute und
Einrichtungen der Universität die Gebäude des einst größten Nürn-
berger Arbeitgebers bezogen. Im Museum Industriekultur erinnert
ein großer Bestand von Geräten der Unterhaltungselektronik an die
erfolgreichen Grundig-Jahrzehnte.
„Schlafende Schönheiten“ werden sie bis-
weilen genannt, die Vertreter der selten
gewordenen Spezies der „Scheunenfunde“.
Aus musealer Sicht ist ihr größter Wert ihre
Originalität. Diese geht bei noch so perfek-
ter Restaurierung oft verloren und verdeckt
die Geschichte des Objekts. Im Museum
Industriekultur sind solche Scheunenfunde
in unterschiedlichen Erhaltungszuständen
„inszeniert“, um den Besuchern eben diese
Problematik zu vermitteln. Heute geht der
Trend eher zum „Belassen im ursprüng-
lichen Zustand“ und nur wenn es unbe-
dingt erforderlich ist, wenn zum Beispiel
Teile ergänzt werden müssen oder der
Zustand des Objekts extrem schlecht ist,
wird sorgfältig restauriert.