Seite 140 - EDITION Bayern : Industriekultur in Bayern

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DAS MUSEUM INDUSTRIEKULTUR IN NÜRNBERG
I
n einer ehemaligen Schraubenfabrik der 1920er-Jahre zeigt
das Museum Industriekultur Stadtgeschichte, Industriali-
sierung und Alltagskultur. Es umfasst zusammen mit dem
Nürnberger Motorradmuseum und dem Schulmuseum ins-
gesamt ein Ausstellungsareal von nahezu 6000 Quadratmetern.
Entlang einer straßenähnlichen Erschließungsachse präsentie-
ren sich historische Ensembles und stellen eine Verbindung zwi-
schen Technik-, Kultur- und Sozialgeschichte her. Geschichte
wird dabei nicht als Gewesenes verstanden – ihre Betrachtung
beinhaltet vielmehr auch die Chance, aus Vergangenem das
Gegenwärtige zu begreifen und das Zukünftige zu erahnen.
Der Besucher beginnt seine Zeitreise 1835 in der Zeit der ersten
Eisenbahn und durchschreitet die Geschichte bis in die Gegen-
wart der Metropolregion Nürnberg.
Industriekultur–nicht zuverwechselnmit Industriearchäologie–
meint dabei all jene kulturellen Formen, die ihre Entstehung
der Industrialisierung verdanken. Nicht die großen historischen
Ereignisse wie Kriege oder politische Umwälzungen stehen dabei
im Mittelpunkt, aufgezeigt werden sollen vielmehr das Leben
der Menschen in allen Schichten, ihr Alltag, ihre Lebens- und
Arbeitsbedingungen, ihre Art zu feiern, sich zu bilden, sich zu
erholen.
Wechselausstellungen zu den verschiedensten Themen berei-
chern das Veranstaltungsprogramm ebenso wie ein umfang-
reiches museumspädagogisches Angebot für Schüler aller Alters-
gruppen. Neu im Angebot sind Computerspiele einst und heute
zum Ausprobieren und eine auf WLAN-Ortung basierte Muse-
umsführung mit iPod. Mit dem Lern- und Spaßlabor wird eine
Brücke zu den so genannten „Hands-on“-Museen geschlagen.
Die geplanten Ausstellungsthemen reichen in nächster Zukunft
von der Mathematik über ein Techniklabor bis zur Geschichte
des Großversandhauses Quelle und seinem Untergang.
Museum Industriekultur
Äußere Sulzbacher Straße 62, 90491 Nürnberg
www.museen.nuernberg.de/industriekultur
Das Museum Industriekultur
in Nürnberg
Regine Franzke · Matthias Murko