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Industriekultur in Bayern


"Bayern ist entweder ein Agrarstaat, oder es ist überhaupt nicht.“ Diese unzweideutige Auskunft erteilte das Bayerische Landwirtschaft sministerium 1921 den Münchner Neuesten Nachrichten. Dabei entsprach diese Aussage mehr bayerischem Agrarpatriotismus als der Wirklichkeit. Denn 1921 war der Turnaround – mehr Beschäft igte in der Industrie als in Landwirtschaft und Forstwesen – schon in Sicht. Trotzdem hielt sich die Doktrin vom Agrarland Bayern noch Jahrzehnte und keineswegs nur bei den Landwirtschaft sbeamten. Selbst in den 1980er-Jahren wurden bayerische Abgeordnete in Bonn mit der Meinung konfrontiert, die Bayern seien zweifellos tüchtige Landund Forstwirte, aber in industriellen Fragen wohl eher weniger kompetent. Die Landwirtschaft war längst Teil des Bayernklischees in der Außenwahrnehmung geworden, als romantisches Heimatbild bestimmte sie aber genauso die Innensicht.
Die Industrie dagegen fügte sich in das Bayernbild nur schwer. Dabei war sie bereits mächtige Realität. Am frühesten und nachhaltigsten in der stärksten bayerischen Industrieregion, der Pfalz um Kaiserslautern und Ludwigshafen, seit den 1830er-Jahren in den Industriestädten Augsburg und Nürnberg, mit leichter Verspätung auch in München und seit den 1860er-Jahren zunehmend auf dem Land, von Selb in Oberfranken bis Kolbermoor bei Rosenheim. Die Startbedingungen in Bayern waren schwierig gewesen: Die napoleonischen Kriege mit Plünderungen, Musterungen, Kontributionen und sogar Hungersnöten warfen einen langen Schatten, der Rohstoff -, vor allem der Steinkohlemangel tat ein Übriges. Die bayerischen Unternehmer setzten auf Veredelung bei hohem handwerklichem und technischem Knowhow und auf die Zukunft sindustrien Chemie und Elektrotechnik auf der Basis der nachhaltigen Wasserenergie, dem großen Standortvorteil Bayerns."




Themenschwerpunkte


Industriekultur   Industriekultur

Zu einer Zeit, da die sich formierende Soziologie und Sozialpsychologie ihr methodisches Vorgehen erst zu ertasten versuchte, etwa ihre Kasuistik (also die Fähigkeit, aus Fallstudien generalisierende Rückschlüsse auf gesellschaftliche Strukturen zu ziehen) noch in den Anfängen war und sie sich häufig mit subjektiven Impressionen von  ...
     
Industriestadt Augsburg   Industriestadt Augsburg

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Augsburg wirtschaftlich prosperierte, muss es ein faszinierendes Bild geboten haben: eine traditionsreiche europäische Handelsmetropole im Gewand der modernen Industriestadt. ...
     
120 Jahre Telefon in Kulmbach   „Bitte abläuten“

Der 26. Oktober 1877 kann als Geburtstag des Fernsprechers in Deutschland gelten: An diesem Tag wurde das Telefon als vollwertiges Verkehrsmittel eingestuft , nachdem Versuche zwischen dem Generalpostamt Berlin, Leipziger Straße 15, und dem Generaltelegraphenamt Berlin, Französische Straße 33, erfolgreich verlaufen waren. Dass es der hessische Lehrer Philipp Reis gewesen war, der 1861 mit einem selbst entwickelten „Telephon“ die Anfänge für das revolutionär neue Kommunikationsmittel gelegt hatte, ist wenig bekannt ...
     
Kommerzienräte   Kommerzienräte

Es begann mit dem Wittelsbacher Jubiläum von 1880: Kabinettssekretär Friedrich von Ziegler, verheiratet mit einer Tochter des Papierfabrikanten Haindl aus Augsburg, regte an, den Titel „Kommerzienrat“ auch in Bayern einzuführen. In Preußen gab es ihn bereits seit Langem. Ludwig II. stimmte zu. Nun konnten bayerische Wirtschaftsführer zu Kommerzienräten, später auch zu Geheimen Kommerzienräten ernannt werden. Der Titel, ad personam verliehen, stand auf Visitenkarten und er findet sich auf Grabsteinen. ...
     
Phys.mech. Institut   Physikalisch-Mechanisches Institut Max Th. Edelmann, München – angewandte Wissenschaft

Unternehmerpersönlichkeiten der Gründerzeit des 19. und frühen 20. Jahrhunderts waren zumeist „Universalisten“. Weder die Fachgebiete noch die Trennlinie zwischen Theorie und Praxis waren so scharf ausgeprägt wie in unserer Zeit, in der das gerade Gegenteil vonnöten ist: die größtmögliche Spezialisierung. Max Th . Edelmann war einer dieser vielseitigen Unternehmer, ein Wissenschaftler und ...
     
Robust, sperrig und unterschätzt   Robust, sperrig und unterschätzt – Bayern und seine Industriedenkmäler

Das Kachlet in Passau ist eines. Das Jochensteinkraftwerk ebenso. Auch die Gebäude der ehemaligen Augsburger Kammgarnspinnerei, das ehemalige Stahl- und Walzwerk Maxhütte, die ehemaligen Porzellanfabriken in Selb und in Coburg, der Ludwig-Donau-Main-Kanal, der Hauptbahnhof in Nürnberg, der Ringlokschuppen und die „Schiefe Ebene“ im oberfränkischen Neuenmarkt, das ehemalige Gaswerk in Regensburg und die Augustinerbrauerei in München zählen dazu. Wovon die Rede ist? ...
     
     
     
     

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