.
Logo des Hauses der Bayerischen Geschichte
Trennlinie Trennlinie
Edition Bayern > Garmisch-Partenkirchen und Werdenfelser Land > Übersicht
Garmisch-Partenkirchen und Werdenfelser Land

Das Werdenfelser Land mit seinem Hauptort Garmisch-Partenkirchen gilt gemeinhin mit seiner Lüftlmalerei, den Bauerntheatern und Trachtengruppen und mit der grandiosen Kulisse des Karwendelgebirges und der Zugspitze als typisch bayerisch. Dabei gehörte es bis vor 200 Jahren gar nicht zu Bayern, sondern als Grafschaft Werdenfels zum Herrschaftsgebiet des Bischofs von Freising. Dieser war im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation als Landesherr seines Hochstifts dem bayerischen Herzog oder Kurfürst gleichgestellt. Für die Werdenfelser waren Murnau und Kochel, Oberammergau, Ettal und Oberau Ausland. Erst mit den Umbrüchen der napoleonischen Zeit kam diese Region zu Bayern, womit es, überspitzt formuliert, mit Franken und dem nahen Schwaben mehr gemeinsam hat als mit dem Chiemgau. Dies stimmt natürlich nur in historischer, staatsrechtlicher Hinsicht: Welcher Wallgauer, Krüner oder Partenkirchner würde sich nicht als waschechten Altbayern bezeichnen?
Und so, wie das Werdenfelser Land erst 200 Jahre bayerisch ist, ist sein weltberühmtes Aushängeschild Garmisch-Partenkirchen erst seit 75 Jahren eine Gemeinde. Am 1. Januar 1935 wurde die Vereinigung der beiden benachbarten Orte Garmisch und Partenkirchen zu einer Marktgemeinde von den Nationalsozialisten wegen der anstehenden Olympischen Winterspiele 1936 erzwungen. Doch schon 1889 nannte die königlich-bayerische Eisenbahndirektion in weiser Voraussicht den Bahnhof, der zwischen beiden Orten gebaut wurde, „Garmisch-Partenkirchen“. Auch wenn man sich im Lauf der Jahre aneinander gewöhnt hat, zeigen sich bei näherem Hinschauen noch viele Eigenständigkeiten: die beiden Ski-Clubs, die beiden Trachtenerhaltungsvereine, die beiden Musikkapellen ...
Richtig international wurde Garmisch-Partenkirchen mit dem im 19. Jahrhundert einsetzenden Fremdenverkehr und vor allem mit den Olympischen Spielen 1936. Sportliche Großereignisse wie die Ski-WM 1978 und 2011 sowie die nicht ganz unumstrittene Olympiabewerbung für 2018 haben den Ort und die Region im internationalen Bewusstsein gehalten. Auch wenn die Grafschaft Werdenfels seit nunmehr über 200 Jahren nicht mehr existiert, blieb sie als Region bestehen und wurde von den Touristikern als Tourismusgebiet „Werdenfelser Land“ mit neuen Inhalten versehen.




Themenschwerpunkte




  werdenfels
land unter wetterstein, zugspitze und karwendel


„Autobahn A 95, München Richtung Garmisch-Partenkirchen, Stau am Autobahnende bei Eschenlohe!“ Regelmäßig ertönt diese Meldung an schönen Wochenenden in der Früh im Radio, sommers wie winters. Und die genervten Autofahrer – hauptsächlich Tagesausflügler aus dem Großraum München und Urlaubsgäste – müssen hier, am Tor zum Werdenfelser Land, auf Einlass warten. Dieses Tor ist heute ein Hügelzug, der von der Autobahntrasse durchschnitten wird. Seit es die Autobahn gibt, verspüre man weiter talaufwärts den zugigen „boarischen Wind“, sagen die alten Werdenfelser ...
     
  geschichte der grafschaft werdenfels

„Mir fahrn ins Boarland naus“, so haben alteingesessene Werdenfelser noch bis vor wenigen Jahrzehnten gesagt, wenn sie – Geschäften oder Behördengängen wegen, zum Einkaufen oder aus purer Neugier, Letzteres eher selten – ihre Heimat, das Werdenfelser Land, die alte Reichsgrafschaft Werdenfels, verließen, um nach Murnau, Weilheim oder gar München zu fahren. Die Grafschaft Werdenfels, die es seit über 200 Jahren nicht mehr gibt, die mit dem später gebildeten, allgemeineren Begriff „Werdenfelser Land“ nur Teile, gewiss aber nicht alles gemein hat, bleibt so bis zur Gegenwart präsent. Man ist selbstbewusst und stolz auf die Herkunftsregion; man ist natürlich auch Bayer, in erster Linie aber Werdenfelser und somit fährt man eben „ins Boarland naus“ nach Bayern, wenn man sich von Mittenwald, Partenkirchen, Garmisch, Grainau oder Farchant aus 5, 10, 20 oder 30 Kilometer nach Norden bewegt ...
     
  die kunst der skifahrer
die familie mittermaier-neureuther


Sie gelten als Idole im deutschen Skisport. Rosi Mittermaier-Neureuther und Christian Neureuther haben so ziemlich alles erreicht, was man auf zwei Brettern erreichen kann: Olympiasiege, Weltcups ... und eine unglaubliche Popularität, die schon jahrzehntelang anhält. Rosi ist seit 1997 die erste deutsche Botschafterin für Sport, Toleranz und Fair Play, erhielt 1999 den Olympischen Orden des IOC und unterstützt zahlreiche wohltätige Projekte, etwa mit ihrer Garmischer Kinderheumastiftung oder als Schirmherrin der Deutschen Rheuma-Stiftung. Christian Neureuther ist derzeit für „seine“ WM 2011 in Garmisch- Partenkirchen und für „Olympia 2018“ in der ganzen Welt unterwegs ...
     
  mittenwalder
geigenbau


Vieles spricht dafür, dass Matthias Klotz (1653–1743) im Jahr 1685 als Lauten- und Geigenmacher in seinen Geburtsort Mittenwald zurückkehrte und dort eine Werkstatt eröffnete. Wo er sein Kunsthandwerk erlernt hatte, ist nicht überliefert. Seine Lehre absolvierte er vermutlich bei einem Lautenmacher in Füssen. Dann ging er nach Padua und verbrachte von 1672 bis 1678 seine Gesellenjahre in der „Bottega di Lautaro al Santo“ bei dem Lautenmacher Pietro Railich, der wahrscheinlich aus der Gegend von Hohenschwangau stammte. Als Matthias Klotz im Alter von 90 Jahren starb, war der Geigenbau bereits fester Bestandteil im dörflichen Leben. Durch seine Werkstatt und die Ausbildung seiner eigenen Söhne und anderer Mittenwalder zu Instrumentenbauern in einer fünfjährigen Lehre wurde er zum Begründer des weltberühmten Mittenwalder Geigenbaus ...
     


  die entwicklung des fremdenverkehrs
in garmisch-partenkirchen


Da durch Partenkirchen im Gegensatz zu Garmisch im Mittelalter die stark frequentierte Rottstraße als Nachfolgerin der Römerstraße „Via Claudia Augusta“ führte, kamen viele Fremde in den Ort, denen Partenkirchen allerdings nur als Kurzaufenthalt während ihrer Geschäfte diente. Sie werden vielleicht das Gebirgspanorama und die unberührte Landschaft bewundert haben, aber wohl nur nebenbei, denn auf ihren Reisen war das Gebirge eher ein Hindernis. Nur vereinzelt waren junge Adelige als Bildungsreisende unterwegs, wie Johann Wolfgang von Goethe, der auf seinem Weg nach Italien in Mittenwald Station machte. Aber Fremde fanden sich so ohne Weiteres noch nicht in Garmisch oder Partenkirchen ein ...
     
     
     
     
     

Ansichtsexemplar
Ausgabe 04 - Garmisch-Partenkirchen und Werdenfelser Land
Heft durchblättern und lesen ... mehr 
Karte 
Wo ist was? Burgen, Klöster,
Gemeinden und Wappen der Region
... mehr
 
Geschichte 
Ein historischer Abriss der Geschichte
... mehr
 
Rundflug 
Starten Sie zu einem virtuellen
Rundflug durch die Region
... mehr
 
Links 
Hier finden Sie alle relevanten
Links zu den Heftthemen
... mehr
 
Aus dem HdBG 
Geschichte des Sports in Bayern

Flurnamenbuch Gemeinde Krün