Erst im 2. Jahrhundert nach Chr. wurde die Winderzeugung mit Hilfe von Wasser durch die Konstruktion von Bälgen ersetzt.
Die Bezeichnung "Hydraulis" bestand allerdings noch bis zum Mittelalter, obwohl die Orgel ohne Wasser arbeitete.
Nach Mitteleuropa kam die Orgel im 8. Jahrhundert. Im Jahre 757 und 812 nach Chr. brachten Gesandtschaften je eine Orgel nach Aachen, wo sie dort am Kaiserlichen Hof gespielt wurden. Bis ins 11. Jahrhundert hinein war die Orgel vorwiegend Unterhaltungsinstrument an den Königlichen Höfen. Erst ab dem 11. Jahrhundert hielt die Orgel Einzug in Klosterkirchen. Somit war die Orgel zunächst ein Symbol für weltliche und geistliche Prachtentfaltung und etablierte sich erst zur Zeit der Gothik und hauptsächlich in der Renaissance zum Hauptinstrument der kirchlichen Liturgie.
Die Kunst, Orgeln zu bauen, wird in Deutschland seit Jahrhunderten erfolgreich gepflegt.
Der Bau, die Pflege, die Restaurierung, die Intonation, die Stimmung,
etc. von Pfeifenorgeln wird in Deutschland durch den "Orgel- und
Harmoniumbauer" ausgeführt. Der Beruf beruht auf einer 3 1/2 jährigen
Lehrzeit nach dem Prinzip des Dualen Systems. D.h. eine praktische
Ausbildung in einem Orgelbaubetrieb und die theoretische Ausbildung
an der Berufsschule für Instrumentenbau in Ludwigsburg (Oscar-Walcker-Schule).
Den Orgelbaumeister absolviert man in der Fachschule für Instrumentenbau,
ebenfalls an der Oscar-Walcker-Schule.

