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Jüdische Friedhöfe > Detailansicht > Willanzheim
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Willanzheim

(Lkr. Kitzingen, Regierungsbezirk Unterfranken)linie

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Lage: Außerhalb des Ortes an einem abschüssigen Hang inmitten von Weinbergen in Richtung Nenzenheim.

Größe: 3959 qm, umgeben von einem Drahtzaun.

Alter: 1816. Dem Grundbuch der Steuergemeinde Hüttenheim zufolge erwarben die Juden der Israelitischen Kultusgemeinden Bullenheim, Dornheim, Hüttenheim, Marktbreit, Nenzenheim und Weigenheim am 26. November 1816 ein Grundstück zur Einrichtung eines eigenen Friedhofs. Zuvor mussten sie die Toten in Rödelsee beisetzen.

Einzugsbereich: Bullenheim, Dornheim, Hüttenheim, Marktbreit, Nenzenheim und Weigenheim.

Beerdigungen: 483 Gräber, ca. 250 Grabsteine sind erhalten. Am Eingang befinden sich Gräber mit dem Symbol der segnenden Hände, die den Verstorbenen als Angehörigen des Geschlechts der Priester (Kohanim) ausweisen; Kinder- und Wöchnerinnengräber befinden sich in einer separaten Reihe im oberen Bereich.

Besonderheiten: Eine Chewra Kaddischa war seit 1821 tätig.

Schändungen: 1938. An die Schändung erinnert ein in der Mitte des Friedhofs auf einem gemauerten Sockel stehendes Denkmal: „Dieser Friedhof wurde 1938 unter der Naziherrschaft zerstört, 1950 von den Opfern des Faschismus wiederhergestellt“. Während des Naziregimes wurde auch das Tahara-Haus zerstört.

Literatur: Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens, S. 70; Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (15) [Erlangen, Gunzenhausen, Hüttenheim, Nördlingen]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 11, Nr. 72 (März 1977), S. 17-19, hier S. 18-19; Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011 [allgemein zum Thema sowie Dokumentation der in der Zuständigkeit der Bayerischen Schlösserverwaltung stehenden KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten]

> vollständig zitierte Buchtitel finden Sie hier