| [ zurück ] |
IAJGS pages |
(Lkr. Amberg-Sulzbach,
Regierungsbezirk Oberpfalz)![]()
![]()
Lage: Nördlich der Stadt, vom Rathaus aus der Straße „Schießstätte“ folgend.
Größe: 2150 qm. Nach ständigen Beschädigung des gegen Ende des 17. Jahrhunderts rund um den Friedhof angelegten Holzzauns errichtete man eine Steinmauer. Auch diese wurde durch ständige Bodensenkungen in Mitleidenschaft gezogen, weswegen man auf Kosten der Maxhütte 1992 eine neue Umfassungsmauer errichtete. Eingangstor aus Metall mit zwei Davidsternen; das Friedhofsgelände steigt vom Tor aus links an.
Alter: 1667; 1668 eingeweiht durch die erste Beerdigung (Feustel Bloch). Feustel Bloch und sein Sohn Moses, der die erste jüdische Druckerei in Sulzbach gründete, erhielten am 9. Februar 1666 von Herzog Christian August den ersten Schutzbrief bei der Wiederansiedlung von Juden in Sulzbach-Rosenberg und 1667 die Genehmigung zur Anlage eines Friedhofs in der sogenannten „Erzhülle“. Zur Beerdigung des Feustel Bloch 1668 gewährte man dem Rabbiner aus Schnaittach und einigen Minjan-Männer, jenen zehn Männern, die zur Durchführung eines Gottesdienstes erforderlich sind, freies Geleit durch das Pfalz-Sulzbachische Gebiet, um bei der Beerdigung das Kaddisch (Totengebet) zu sprechen.
Einzugsbereich: Beerdigungen: Zwei Abteilungen mit alten Grabsteinen; links des Tores neue, dahinter ältere Steine. Aufgrund der exponierten Lage verwitterten die Inschriften der Grabsteine durch Wettereinflüsse bis zur Unkenntlichkeit.
Besonderheiten: Der Friedhof liegt auf dem Gelände des ehemaligen Bergbaus der Maximilianhütte. Über den Friedhof führte eine Drahtseilbahn, welche die Friedhofsruhe erheblich störte. Durch einen Vertrag von 1882 zwischen der Jüdischen Gemeinde Sulzbach-Rosenberg, vertreten durch den Vorsteher Samson Morgenthau, und der Maximilianhütte wurde festgeschrieben, dass für jeden durch Bergbauarbeiten am Friedhof und an der Einfriedung entstandenen Schaden die Maxhütte aufzukommen habe.
Schändungen: Bereits im 17. Jahrhundert beklagten sich die Juden mehrfach, dass der Holzzaun um ihren Friedhof demoliert wurde; daraufhin genehmigte der Herzog den Bau einer Steinmauer. Weitere Schändungen: 1938 und 1972.
Literatur: Harburger 3, S. 716-718; Schneeberger, Michael: Jüdische Landgemeinden in Bayern (14). Im Schatten des Buchdrucks – die Geschichte der Sulzbacher Juden. In: Jüdisches Leben in Bayern. Mitteilungsblatt des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern 20, Nr. 100 (April 2006), S. 23-31; Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens, S. 286; Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (4) [Aub, Rödelsee, Sulzbach-Rosenberg, Zeckern-Hemhofen]. In: Der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern 8, Nr. 60 (Dezember 1993), S. 18-19, hier S. 19; Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011 [allgemein zum Thema sowie Dokumentation der in der Zuständigkeit der Bayerischen Schlösserverwaltung stehenden KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten]
> vollständig zitierte Buchtitel finden Sie hier