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Jüdische Friedhöfe > Detailansicht > Mühlhausen/Mittelfranken
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Mühlhausen/Mittelfranken
(Lkr. Erlangen-Höchstadt, Regierungsbezirk Mittelfranken)
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Jüdischer Friedhof Mühlhausen. Foto: Christoph Daxelmüller, 1983Jüdischer Friedhof Mühlhausen. Foto: Christoph Daxelmüller, 1983
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Lage: Etwa 1 Kilometer nordwestlich des Dorfes auf einem Bergrücken.
 
Größe: 7920 qm; Einfriedung durch einen Maschendrahtzaun.
 
Alter: 1738 erwarben die Juden von den Herren von Egloffstein einen Acker bei den herrschaftlichen Lochweihern. Beim Kauf des Grundstücks wollten sowohl die Grafen von Schönborn, die Herren von Egloffstein wie auch einige Bauern des Ortes mit den Juden ins Geschäft kommen, da sie auf die Ausgaben spekulierten. Vor 1738 hatten sie ihre Toten in Zeckern beigesetzt.
 
Einzugsbereich: Reichmannsdorf (bis 1840).
 
Beerdigungen: Es sind noch 377 Grabsteine vorhanden. Im hinteren, älteren Teil stehen viele, z. T. halb im Erdboden versunkene Grabsteine. Als Begräbnisgeld setzten die Grundherren für eine Frau 1 Gulden, für ein Kind 30 Kreuzer fest.
 
Besonderheiten: Das im barocken Stil errichtete und mit einem Walmdach versehene Tahara-Haus befindet sich in der Nähe des Friedhofstores im östlichen Teil der Anlage. Vermutlich errichtete die Gemeinde das Gebäude kurz nach dem Erwerb des Friedhofs 1738. Im vorderen Raum befindet sich der Tahara-Stein; der Kessel für das Waschwasser war in dem daran anschließenden kleinen Zimmer eingemauert. Eine Pumpe stand neben dem Kessel. Das hintere Zimmer mit einem Ausgang nach Westen diente vermutlich als Abstellraum. 1900 wurde das Tahara-Haus von Grund auf renoviert. Für die Restaurierung der von Verwitterung bedrohten Grabmäler, viele davon aus Sandstein, wurde 2007 ein Zuschuss aus dem Entschädigungsfonds für die Denkmalpflege gewährt.
 
Schändungen: Am 14. März 1939 warfen Nazis Grabsteine um und zersplitterten Namensplatten. 1945 säuberten Bürger den Friedhof und versuchten, zerbrochene Grabplatten wieder zusammenzufügen.
 

Literatur: Fleischmann: Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach, S. 239-278; Guth (Hrsg.): Jüdische Landgemeinden, S. 255-256; Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens, S. 166-167; Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (24) [Mühlhausen, Schwanfeld, Gerolzhofen, Ingolstadt]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 14, Nr. 81 (Dezember 1999), S. 14-16, hier S. 14.; Pielmeier, Edgar / Inhetveen, Heide: Hier ist verborgen. Impressionen vom Jüdischen Friedhof in Sulzbürg, Neumarkt i. d. OPf. 2009, ISBN 978-3-00-029257-6; Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011 [allgemein zum Thema sowie Dokumentation der in der Zuständigkeit der Bayerischen Schlösserverwaltung stehenden KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten]

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