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Lisberg

(Lkr. Bamberg, Regierungsbezirk Oberfranken)linie

Jüdischer Friedhof Lisberg. Foto: Christoph Daxelmüller, 1981 Jüdischer Friedhof von Lisberg (Foto: Christpoph Daxelmüller) Jüdischer Friedhof Lisberg, Taharastein und Reste des alten Taharahauses (Foto: Christoph Daxelmüller) Jüdischer Friedhof Lisberg, Grabstein mit einem einfachen Stern als Dekoration (Foto: Christoph Daxelmüller)
Jüdischer Friedhof Lisberg, Grab mit dem Symbol einer nach unten geneigten Rose (foto: Christoph Daxelmüller)

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Lage: Südlich des Ortes an der Straße nach Frensdorf-Steinsdorf auf einer Anhöhe inmitten von Feldern.

Größe: 2108 qm; mit Seitenlängen von 50 bis 60 Metern nahezu quadratische Anlage. Der Vermessung von 1985 zufolge stehen noch 139 Grabsteine.

Alter: 1. Hälfte/Mitte 18. Jahrhundert, spätestens aber 1739. Die Akten sprechen erstmals seit 1739 von einem Friedhof auf Grund und Boden des Freiherrlich von Münsterschen Besitzes. Laut Amtsurkunde vom 10. Januar 1739 besaß die Jüdische Gemeinde nach ihrer Interpretation den Leichenacker im Eigentum und übte seitdem Besitzrechte aus. Die Ortsherren erhielten für jede Bestattung eine Gebühr. Um den Friedhof gab es langjährige Streitigkeiten mit dem Freiherrn von Münster, der auf dem Areal eigenmächtig Bäume fällen ließ. Bis 1739 hatten die Lisberger Juden ihre Toten auf dem Friedhof von Walsdorf bestattet.

Einzugsbereich: Trabelsdorf.

Beerdigungen: Im östlichen Teil Gruppe von Kohanim-Gräbern. Die letzte Beisetzung erfolgte im Oktober 1937 (Julie Silbermann, geb. Schloß, Ehefrau des Handelsmannes Karl Silbermann).

Besonderheiten: Östlich des Eingangs gut erhaltener Tahara-Stein und restaurierte Grundmauern des Tahara-Hauses, das in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit weitgehend abgetragen werden musste.

Schändungen: 1938 wurden die meisten Grabsteine umgestürzt. Pläne der Nationalsozialisten, den Friedhof landwirtschaftlich zu nutzen, scheiterten, da die Bäume auf dem Grundstück unter Naturschutz standen.

Literatur: Dill 1992, S. 24; Guth (Hrsg.): Jüdische Landgemeinden, S. 232-234; Fleischmann, Johann: Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. Die jüdischen Friedhöfe von Zeckern, Walsdorf, Aschbach, Uehlfeld, Mühlhausen, Lisberg, Burghaslach und Reichmannsdorf (Mesusa 3). o.O. (Mühlhausen) 2002, S. 279-308; Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens, S. 218; Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (25). Lisberg. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 15, Nr. 82 (April 2000), S. 16; Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011 [allgemein zum Thema sowie Dokumentation der in der Zuständigkeit der Bayerischen Schlösserverwaltung stehenden KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten]

> vollständig zitierte Buchtitel finden Sie hier