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Jüdische Friedhöfe > Detailansicht > Laudenbach
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Laudenbach

(Kreisstadt Karlstadt, Lkr. Main-Spessart, Regierungsbezirk Unterfranken)linie

Jüdischer Friedhof Laudenbach, Grab von Michael Siegel (geb. 1781 in Thüngen bei Stetten, gest. 19. Oktober 1862 in Thüngen; Urgroßvater von Rechtsanwalt Michael Siegel, München); die Fotografie stellte dankenswerterweise H. Peter Sinclair, London, zur Verfügung. Jüdischer Friedhof Laudenbach, Grab von Esther Si(e)gel, geb. Weikersheimer  (geb. 1787 in Thüngen bei Stetten, gest. 5. Juni 1869 in Thüngen; Urgroßmutter von Rechtsanwalt Michael Siegel, München); die Fotografie stellte dankenswerterweise H. Peter Sinclair, London, zur Verfügung. Jüdischer Friedhof Laudenbach. © W.Hörnig Jüdischer Friedhof Laudenbach. © W.Hörnig Jüdischer Friedhof Laudenbach. © W.Hörnig Jüdischer Friedhof Laudenbach. © W.Hörnig Jüdischer Friedhof Laudenbach. © W.Hörnig Jüdischer Friedhof Laudenbach. © W.Hörnig Jüdischer Friedhof Laudenbach. © W.Hörnig Jüdischer Friedhof Laudenbach. © W.Hörnig

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Lage: Bergrücken über Laudenbach.

Größe: 16.140 qm; ca. 2350 erhaltenen Grabsteine, vier Tore (Haupteingang und drei hölzerne Tore). Der Friedhof ist in drei „Abteilungen“ gegliedert und von einer Steinmauer umgeben.

Alter: Um 1665. Ein Friedhofsverwalter (Gabbai) ist vor 1655, ein Totengräber 1675 bezeugt. 1873/74 wurde der Friedhof mit einer Steinmauer umgeben. Erweiterungen um 1850 (1874?), um 1900/05 und nach 1930.

Einzugsbereich: Als Verbandsfriedhof von bis zu 14 Gemeinden belegt. Hessdorf und Veitshöchheim, wo eine Heilige Schwesternschaft existierte, bestatteten ihre Toten in Laudenbach. Als Eigentümer waren die Israelitischen Kultusgemeinden Adelsberg, Hessdorf, Lohr, Urspringen, Gössenheim, Veitshöchheim und Laudenbach im Grundbuch eingetragen.

Beerdigungen: Auf den unterschiedlich großen Grabfeldern stehen die meist erheblich verwitterten Sandstein-Mazzewot in durchgehenden Reihen und zum Teil auch verstreut. Auffallend ist eine Gräberreihe im alten Teil des Friedhofs in einem abgelegenen Waldstück, wo während der Nazizeit Beerdigungen stattfanden, wohl um die Gräber vor Schändungen zu schützen. Die letzte Beisetzung fand im Januar 1941 statt (Julius Rotfeld aus Urspringen).

Besonderheiten: Fachwerk-Tahara-Haus links vom Haupteingang mit zwei ungefähr gleich großen, innen durch einen Durchgang verbundenen Räumen, die jedoch auch von außen durch separate Zugangstüren betreten werden können. In der Gemeinde existierte eine Chewra Kaddischa.
Schändungen: Juni 1865. Während der Kämpfe bei Kriegsende wurde der Friedhof schwer beschädigt. Auf Befehl der Amerikaner erfolgte 1947 die Wiederherstellung durch die Ortsbewohner.

Fotodokumentation: Die Fotografien aus einem Zyklus von rund 50 Bildern entstanden für eine Ausstellung im Grafschaftsmuseum Wertheim: „ZeitZeugen – Jüdische Friedhöfe im Main-Tauber-Kreis“. Die von Walter Hörnig und Gerd Brander in unterschiedlichen Techniken – Film und Digital – angefertigten Bilder zielen nicht in erster Linie auf das Dokumentarische sondern auf das Ästhetische des Friedhofs, speziell des jüdischen „stillen Orts“. Weitere Informationen: www.die-zeit-zeugen.de.
Die Fotografien unterliegen dem Urheberrecht, jegliche Nutzung ist untersagt bzw. genehmigungspflichtig.

Literatur: „… auf höhere Weisung abgewandert“. Leben und Leiden der Juden im Landkreis Main-Spessart. Hrsg. vom Landkreis Main-Spessart. Karlstadt 1990, S. 35-38; Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens, S. 84; Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (20) [Neumarkt, Karbach, Laudenbach, Reistenhausen]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 13, Nr. 77 (September 1998), S. 29-31, hier S. 30; Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011 [allgemein zum Thema sowie Dokumentation der in der Zuständigkeit der Bayerischen Schlösserverwaltung stehenden KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten]

> vollständig zitierte Buchtitel finden Sie hier