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(Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen,
Regierungsbezirk Mittelfranken)![]()
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Lage: Stadtrand von Gunzenhausen, südostlich des alten kommunalen Friedhofs an der Leonhardsruhstraße.
Größe: 3271 qm, parkähnliche Anlage mit massiver Umfriedungsmauer. Eine inmitten des Geländes stehende Mauer weist auf eine Erweiterung des Friedhofs nach dem Ersten Weltkrieg hin.
Alter: 1875; zuvor wurden die Toten in Bechhofen beigesetzt. Die Einweihung fand am 26. August 1875 in Anwesenheit des Ansbacher Distriktrabbiners statt, die erste Beisetzung war die des Kindes Hugo Eichbaum am 3. Oktober 1875.
Einzugsbereich:
Altenmuhr, Markt Berolzheim, Heidenheim und Cronheim.
Beerdigungen: In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts müssen auf
dem Friedhof zwischen 400 und 500 Grabsteine gestanden haben, jedoch
nur etwa 29 Grabsteine sind verstreut erhalten geblieben. In die
inmitten der Friedhofsfläche stehende Mauer sind drei Grabsteine
eingemauert; acht Grabsteinen stehen davor.
Besonderheiten: Gut erhaltenes Tahara-Haus links neben dem Eingang, das nach 1945 zu einem Wohnhaus umgebaut wurde und heute als Wohnung für den Friedhofsbetreuer dient. Haus und Umfassungsmauer kosteten die Gemeinde 3017 Gulden. Die Gemeinde verfügte über eine Chewra Kaddischa für Männer und Frauen.
Schändungen: 1929 schändeten Rechtsradikale den Friedhof und zerstörten 18 Grabsteine. Viele Grabsteine fehlen, da man sie nach 1938 zum Aufschottern der Straßen verwendete. Damit nichts übrig bleibe, wurde die Friedhofsfläche planiert. Nach dem Krieg fand man 41 Grabsteine, brachte sie auf den Friedhof zurück und stellte sie dort wahllos auf. Ein Gedenkstein von 1948 erinnert an die in der NS-Zeit umgekommenen Juden.
Weitere Informationen im Internet:
http://www.gunnet.de/stephani/step_p53e.htm
Die Stephani-Volksschule in Gunzenhausen präsentiert hier ein bis
2011 projektiertes Schülerprojekt zur Geschichte jüdischer Familien
in Gunzenhausen (Leitung: Emmi Hetzner). Unterstützt vom Stadtarchiv
Gunzenhausen, wird u.a. die Geschichte des Friedhofs erarbeitet
mit zahlreichen aktuellen Fotos, historischen Quellen, Namenslisten
(auch in englischer Sprache).
Literatur: Schneeberger, Michael: Jüdische Landgemeinden in Bayern (7). Die Juden von Gunzenhausen. In: Jüdisches Leben in Bayern. Mitteilungsblatt des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern 19, Nr. 94 (April 2004), S. 22-30; Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens, S. 161; Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (15) [Erlangen, Gunzenhausen, Hüttenheim, Nördlingen]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 11, Nr. 72 (März 1977), S. 17-19, hier S. 17-18.
> vollständig zitierte Buchtitel finden Sie hier