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(Lkr. Starnberg, Regierungsbezirk
Oberbayern)![]()
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Lage: Nördliches Ortsende am kommunalen Friedhof in der Planegger Straße.
Größe: Die Abteilung ist von einer Steinmauer mit einem schmiedeeisernen Tor umgeben; dieses ist durch den Magen David gekennzeichnet.
Alter: 1945, bzw. nach 1945.
Einzugsbereich: In Feldafing existierte vom Mai 1945 bis 1956/57 eine Jüdische Gemeinde, der von 1945 bis 1951 zwischen 600 und 700 Mitglieder angehörten. Sie setzte sich vor allem aus KZ-Überlebenden (Displaced Persons) und Tuberkulose-Erkrankten zusammen.
Beerdigungen: 147 Grabstätten, links des Weges drei Reihen, in der Nähe des Denkmals für die Opfer des Holocaust mehrere Kindergräber; rechts des Weges zwei Grabreihen. Viele der hier Bestatteten stammen aus dem Lager Föhrenwald. Die letzte Beisetzung fand 1982 statt.
Besonderheiten: An der Mauer des Gautinger Friedhofs wurde 1989 eine Metallskulptur auf einem Betonsockel aufgestellt. Die Bronzetafel trägt den Text: „Hier führte in den letzten Kriegstagen im April 1945 der Leidensweg der Häftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau vorbei ins Ungewisse“. Die beiden Künstler Axel Wagner und Thomas Heyl stellten im April 1995 zur Erinnerung an den Todesmarsch von KZ-Häftlingen vor 50 Jahren, der vom Konzentrationslager Dachau durch das Würmtal führte, ein altes Mühlrad – das Wahrzeichen Gautings – vor dem Rathaus auf. Sie zerlegten das Rad in zwei Hälften; die eine Hälfte blieb vor dem Rathaus stehen, dem Ort des politischen Geschehens, während die andere Hälfte ihren Platz auf einer Wiese gegenüber dem jüdischen Friedhof fand, einem Ort der Vergangenheit. Das damit entstandene Spannungsfeld sollte eine Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit ermöglichen: Die Inschrift „Ver Antworten“ auf der Hälfte vor dem Rathaus forderte dazu auf, die Vergangenheit in gegenwärtiges politisches Handeln einzubeziehen. Mit der Inschrift „Fragen“ auf dem Rad vor dem Friedhof sollte sichtbar gemacht werden, dass beides nicht zu trennen ist. Nach einem Monat wurde das Mahnmal abgebaut, da sich die Gemeinde nicht zu einer Dauerinstallation entschließen konnte. Drei Jahre später entdeckten Arbeiter bei einer Aufräumaktion im Bauhof das Metallgerippe und verschrotteten nichtsahnend das Kunstwerk.
Literatur: Fürnrohr, Walter/Muschialik, Felix: Überleben und Neubeginn. DP-Hospital Gauting ab 1945. München 2005; Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens, S. 299.; Daxelmüller, Der gute Ort, S. 59; Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011 [allgemein zum Thema sowie Dokumentation der in der Zuständigkeit der Bayerischen Schlösserverwaltung stehenden KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten]
> vollständig zitierte Buchtitel finden Sie hier