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Regensburg

(kreisfreie Stadt, Regierungsbezirk Oberpfalz) linie

Grabstein der Orgia von 1249 vom 1519 zerstörten Jüdischen Friedhof in Regensburg, heute in der AuŸenmauer der Marktapotheke in Kelheim eingemauert (Foto: Christoph Daxelm�ller, 1995) Grabstein vom 1519 zerstörten jüdischen Friedhof Regensburg, heute am Evangelischen Krankenhaus in Regensburg (Foto: Christoph Daxelm�ller)

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Regensburg besaŸ im Mittelalter einen der gröŸten und bedeutendsten, 1210 von der Gemeinde vom Kloster St. Emmeram erworbenen Friedhöfe Europas mit weitem Einzugsbereich und mit Gräbern prominenter Rabbiner und Gelehrter wie etwa Rabbi J(eh)uda ben Samuel ben Qalonymos he-chasid von Regensburg (um 1140/50-1217), des Verfassers oder Kompilators des „Sefer Chasidim“ (Buch der Frommen). So gestattete 1325 Bischof Nikolaus den Juden in Nieder- und Oberbayern, ihre Verstorbenen zollfrei auf dem Wasser- oder Landweg zur Beisetzung nach Regensburg zu bringen, was der Jüdischen Gemeinde Regensburgs Vorrechte gegenüber anderen Gemeinden der Region brachte. Auf diesem Friedhof standen sch�tzungsweise 4200 groŸe Grabsteine. Bei der Vertreibung der Juden am 21. Februar 1519 zerstörten Regensburger und Bewohner des Umlandes nicht nur die Synagoge, sondern auch den Friedhof. Er befand sich auf dem Areal zwischen Weih St. Peter und dem Galgenberg, also dem Gebiet des „Fürstenparks" und des Geländes des Hauptbahnhofs.
Die Grabsteine wurden teilweise zum Bau der Neupfarrkirche verwendet, teilweise in Regensburger Bürgerh�user eingemauert. Sie befinden sich heute u.a. im Kreuzgang des Doms, an der Ostseite des heutigen Kreuzklosters, an der Kreuzschule (Wollwirkergasse), im Todesverlies der Folterkammer, wo er als Abort diente, im Toreingang des Hauses am Neupfarrplatz Nr. 7, im Evangelischen Krankenhaus sowie am Eingang des Di�zesanzentrums. 19 weitere Steine verwahrt das Museum der Stadt Regensburg. Grabsteine gelangten ferner nach Karthaus-Pr�ll, Karthaus-Pr�ll, Mangolding (links des Eingangs zur katholischen Kirche), Mintraching (1294, Garten des katholischen Pfarrhauses), Riegeldorf (Grabsteine von 1249 und 1249), Tegernheim (rechts des Eingangs zum katholischen Pfarrhaus) und Wolkering (Mauer um die Kirche, rechts des Tores). Weitere Grabsteine des Regensburger Friedhofs befinden sich in Cham (1230, Rathaus), Kelheim (Apotheke in der DonaustraŸe, Kl�sterl), Neustadt a. d. Donau und Straubing. Der in die Fassade der Kelheimer Apotheke eingemauerte Stein stammt von 1249 und trägt die Inschrift: „Dieses ist der Grabstein der Frau Orgea (?), Tochter des Herrn Jehuda, gestorben am 6. des Monats Tammus am Freitag im Jahre 5069“.
1929 fand man einen Grabstein von 1273 in der Terrasse der an Stelle der Synagoge seit 1519 errichteten Neupfarrkirche. Das Bayrische Nationalmuseum in München besaŸ Steine von 1312 und 1349. Insgesamt sind bislang etwa 60 Grabsteine des mittelalterlichen Friedhofs bekannt geworden.

Bei Grabungen im Jahr 2009, die im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung eines Kultur- und Kongresszentrums am Ernst-Reuter-Platz durchgefährt wurden, entdeckte das arch�ologische Grabungsteam unter Leitung von Lutz Dallmeier den mittelalterlichen jüdischen Friedhof. Die Gräber wurden nicht ge�ffnet. Mit der Jüdischen Gemeinde Regensburg und dem Committee for the Preservation of Jewish Cemeteries in Europe kam man überein, im Falle einer Bebauung die Fläche der jüdischen Gräber auszusparen, sodass der religionsgesetzlich vorgeschriebenen ewigen Totenruhe Rechnung getragen ist.

Literatur: Zum Friedhof in der späteren popul�ren überlieferung s. Daxelm�ller, Christoph: Wie aus dem hl. Emmeram Rabbi Amram wurde. Aspekte und Möglichkeiten historischer Erz�hlforschung. In: Bayerische Bl�tter für Volkskunde N.F. 2, Heft 2 (2000), S. 5-26.

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