In Rot eine silberne Torburg mit zwei spitzbedachten Türmen und offenem Tor mit silbernem Fallgatter; zwischen den Türmen auf silbernen Wolken sitzend die blau gekleidete, golden gekrönte Heilige Maria, die auf der Rechten das golden gekrönte, eine goldene Weltkugel haltende Kind, in der Linken das goldene Zepter trägt.
Wappengeschichte
Münnerstadt ist seit 1335 Stadt. Sie blickt auf eine sehr wechselvolle Herrschaftsgeschichte zurück, deshalb änderte sich das Siegelbild mehrfach. Aus dem Jahr 1297 sind Abdrucke eines Siegels überliefert. Sie zeigen im Bogen eines Mauertores mit Zinnenturm den reitenden Grafen von Henneberg, in der Hand einen geteilten Schild mit einem wachsenden Doppeladler über Schach. Auf den Zinnen stehen rechts eine Henne und links ein Löwe, die Wappentiere der Grafen von Henneberg und der Zollern. Die Grafen von Henneberg besaßen im 12. Jahrhundert Münnerstadt mit allen Hoheitsrechten. In einem Siegel von 1338 steht eine Mauer mit Tor, einem breiten Mittelturm und zwei Seitentürmen. Der Mittelturm ist mit einem kleinen Schild belegt, darin eine Henne. Als die Hälfte der Stadt 1354 an das Hochstift Würzburg kam, änderte sich der kleine Schild auf dem Mittelturm: Er war nun geviert: in Feld 1 stehen drei gekürzte silberne Spitzen in Rot, der so genannte fränkische Rechen, das Wappen des Hochstifts; in Feld 2 eine gekrönte Säule, in Feld 3 eine Henne und in Feld 4 die Würzburger Fahne. Als das Hochstift Würzburg 1584 alleiniger Stadtherr wurde, trat an die Stelle des Mittelturms die Madonna mit Kind, im Torbogen stand nun das Wappen des Bischofs Julius Echter von Mespelbrunn (1573 bis 1617 ), das 1819 wieder herausgenommen wurde, zu einer Zeit, als Hinweise auf einstige Herrschaftsinhaber unerwünscht waren. Eine Wappenänderung nach dem Siegelabdruck von 1338 wurde gemäß Runderlass von 1939 wegen Kriegsausbruch zurückgestellt. Über die Farben herrschte lange Zeit Unsicherheit, sie wurden 1959 festgelegt.
Wappendaten
Wappenführung seit
13. Jahrhundert
Rechtsgrundlage
Durch Siegelführung vor 1297 belegt. Beschluss des Stadtrats und Zustimmung des Innenministeriums
Beleg
Ministerialentschließung vom 27.07.1959
Änderung
1354 ist der Schild geviert. 1585 mit Madonna und dem Wappen von des Bischofs Julius Echter von Mespelbrunn
Ehemalige Gemeinden
mit eigenem Wappen
Großwenkheim, Windheim
Literatur, Archivalien, Links
* Unser Bayern. Heimatbeilage der Bayerischen Staatszeitung, 1959, S. 72
* Stadler, Klemens: Deutsche Wappen, Bd. 6, Bremen 1968, S. 22
* Hupp, Otto: Deutsche Ortswappen, Bremen o. J., Unterfranken Nr. 44
* Pampuch, Andreas: Stadt- und Landkreiswappen von Unterfranken, Volkach 1972, S. 136-137
* Bayerisches Städtebuch, hg. Erich Keyser, Heinz Stoob, Stuttgart 1971, Bd. 1, S. 374-376
* Eberth, Werner: Die Kommunalwappen im Landkreis Bad Kissingen. Bad Kissingen 2006, S. 57-62