Nachdem am Sonntag, dem 14. Oktober 2007,
nochmals 1.407 Personen die Bayerische Landesausstellung "Bayern-Böhmen:
1500 Jahre Nachbarschaft" in Zwiesel besuchten, schlossen um 18.00 Uhr Bürgermeister
Robert Zettner und Dr. Rainhard Riepertinger, der Projektleiter der Landesausstellung
vom Haus der Bayerischen Geschichte, die Pforten des zum Museum umgebauten
Alten Mädchenschulhauses.
Genau 86.481 Besucher sahen die Landesausstellung. Besucherstärkster Tag
war der 3. Oktober mit der Rekordzahl von 2.072 Besuchern. Insgesamt kamen
etwa 25 Prozent der Besucher aus der Tschechischen Republik, was sicher
auch auf die durchgehend zweisprachige Betextung und die grenznahe Lage
von Zwiesel zurückzuführen ist.
33.178 Besucher ließen sich durch einen der 50 speziell ausgebildeten Ausstellungsbegleiter
durch die Landesausstellung führen. Deswegen meldeten sich 2.293 Gruppen
beim Führungsdienst an. Darunter waren auch die rund 8.500 Schüler beziehungsweise
432 Schulklassen, von denen 214 aus der Tschechischen Republik und 203 aus
dem Freistaat Bayern kamen.
Sehr gut verkaufte sich der Ausstellungskatalog. 9 Prozent der Einzelbesucher
erwarben dieses reich bebilderte Begleitbuch, das inzwischen vergriffen
ist. Insgesamt wurden 7.000 Kataloge verkauft.
Die Reaktionen der Besucherinnen und Besucher waren überwiegend äußerst
positiv. Dies spiegeln die vielen Eintragungen im Besucherbuch und die beim
Haus der Bayerischen Geschichte eingegangenen Briefe wider. Viele Besucher,
darunter zahlreiche Heimatvertriebene, waren beeindruckt von der Ausgewogenheit
der Darstellung und betonten deren versöhnende Wirkung. Auch die Themenvielfalt,
die Hochwertigkeit der Exponate und die stimmungsvolle Raumgestaltung wurden
immer wieder lobend angesprochen.
Viele tschechischsprachige Eintragungen sind im Besucherbuch enthalten,
die vor allem unterstreichen, wie positiv es wahrgenommen wird, die eigene
Geschichte in Bayern zu erfahren und das auch noch in tschechischer Sprache.
Vereinzelte Stimmen zeigen aber auch die immer noch bestehenden Spannungen
und die emotionale Aufgeladenheit des Themas im Zusammenhang mit den Ereignissen
des 20. Jahrhunderts.
Die Landesausstellung "Bayern-Böhmen: 1500 Jahre Nachbarschaft" hat dem
Kulturtourismus der Region neue Impulse gegeben und auch ins Nachbarland
ausgestrahlt. Sie ist ein überaus großer Erfolg für die 10.000-Einwohner-Stadt
Zwiesel, die Region Bayerischer Wald und das Haus der Bayerischen Geschichte.
Für die Stadt Zwiesel hat sich die Landesausstellung doppelt gelohnt, da
die Ausstellungseinbauten für das neue Waldmuseum genutzt werden können
und im Gebäude verbleiben.
Durch ihre große Resonanz sowohl bei der älteren Generation als auch bei
jungen Leuten hat die Landesausstellung dazu beigetragen, für die gemeinsam
erlebte und teils auch durchlittene Geschichte Interesse zu wecken und manches
zu klären, was noch zwischen beiden Ländern steht. Zweifellos hat sie auf
beiden Seiten das Verständnis gerade der dunklen Kapitel der gemeinsamen
Geschichte gefördert.





