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Das Schülerprojekt dokumentiert über 200 Biografien jüdischer Schülerinnen an der Maria-Theresia-Schule in Augsburg in der Zeit des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt steht das Schicksal von Marianne Weil, die 1943 aus Augsburg deportiert wurde und in Auschwitz ums Leben kam.

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Der Fränkische Reichskreis

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Im Vorgriff auf die Landesausstellung 2004, die sich in Forchheim dem Thema "Franken im Mittelalter" widmen wird, ist das von Prof. Dr. Rudolf Endres verfasste Heft "Der Fränkische Reichskreis" erschienen, das die Landesausstellung sozusagen fortführt. Die zu Beginn des 16. Jahrhunderts institutionalisierten Reichskreise hatten wichtige Aufgaben innerhalb der - vor allem in Franken - stark zersplitterten Herrschaftsgebiete zu lösen: Finanzkrisen, Hungersnöte, verkehrs- und wirtschaftspolitische Erfordernisse konnten zunehmend nur in einem größeren Rahmen bewältigt werden. Ein Glossar erschließt die komplizierte Institutionengeschichte.

"Die Kreise waren diejenige Institution, die allein das alternde Reich noch zu praktischen Leistungen befähigt haben." So beurteilte Christian August Beck, Lehrer des späteren Kaisers Joseph, kurz vor ihrer Auflösung eine politische Einrichtung, die als konstituierendes Element in der Verfassung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation anzusehen ist. Von den endgültig 1512 etablierten zehn Reichskreisen galt Franken als "der erst und furnembst" - ein Hinweis auf die Königsnähe der fränkischen Territorien ebenso wie auf die geografische Lage "in der Mitte des Reichs". Umgeben von sechs Kreisen sowie dem Königreich Böhmen bildete Franken sozusagen das Zentrum des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.
Rudolf Endres ist es zu verdanken, dass dieses Heft nicht zu einer trockenen Institutionengeschichte geraten ist, sondern durch konkrete Anschauung erst sichtbar macht, dass die Entstehung von Strukturen immer auch der geschichtlichen Realität, den Erfordernissen des Alltags geschuldet ist. Es waren die "innenpolitisch" brisanten Themen, die im Reich mit seinen unzähligen Herrschaften in einem größeren, grenzüberschreitenden Rahmen gelöst werden mussten. In Franken, aber nicht nur hier, waren es die Finanzkrisen, die schweren Hungersnöte von 1570/75, das drängende soziale Problem der "Miseri et Mali", das Gesundheitswesen in Zeiten unbeherrschbarer Seuchengefahren, der für eine florierende Wirtschaft unabdingbare Ausbau der Verkehrswege zu Land und zu Wasser - alles Fragen, die im Hinblick auf eindeutige und einheitliche Entscheidungen für ein Gebiet wie Franken, das sich aus bis zu 27 Territorien zusammensetzte, eine ungleich größere Herausforderung darstellten als dies in geschlosseneren Gebieten wie Bayern oder Sachsen der Fall war. Der Fränkische Reichskreis konnte nur funktionieren, wenn es gelang eine Balance herzustellen. Das Agieren des Kreises musste auf Ausgleich der politischen, wirtschaftlichen, konfessionellen Interessen der bis zu 43 im Kreistag vertretenen Landesherren zielen, um in dieser fragilen Gemengelage die Konflikte lösen und durchsetzbare Entscheidungen treffen zu können. In der Zeit seines 300-jährigen Bestehens tagte der Fränkische Reichskreis 322 Mal, nicht mitgerechnet die zahlreichen Deputationstage. Er hatte sich mithin zu einem nahezu dauerhaft tagenden Gremium entwickelt, eine Art Immerwährender Kreistag. Welches Gewicht die Kreise als Institution gewonnen haben, ist auch aus der Tatsache ersichtlich, dass sie im Dreißigjährigen Krieg bestehen blieben. Da die Kreise das Heer aufzustellen hatten, waren sie ein wichtiger Machtfaktor und konnten eine eigene Bündnispolitik verfolgen.
Am erfolgreichsten aber war der Fränkische Reichskreis in der Ausbildung eines eigenen Wirtschaftsraums, in dem Zollfreiheit herrschte und das Münzwesen vereinheitlicht wurde: freier Warenverkehr, "Währungsstabilität", starke Regionen, die mit einem eigenständigen und wirkungsmächtigen Instrumentarium Problemlösungen finden, ohne die größere Einheit aus den Augen zu verlieren - nicht von ungefähr denkt man an das Europa dieser Tage. Und auch die genau austarierte Zusammensetzung des Kreistags, die zeremoniell anmutenden Sitzungsabläufe und komplizierten Organisationsstrukturen lassen an heute denken.
Dass der Fränkische Reichskreis zunehmend identitätsstiftend war und für die verschiedenen Herrschaftsgebiete, die "Creiß-Unterthanen", das Verbindende darstellte, steht außer Frage.

Inhaltsverzeichnis

Die Entstehung des Kreises
Die Zusammensetzung des Kreistages
Die Organisation des Kreistages
Die Landfriedenswahrung
Das Wehrwesen
Die Assoziationen
Der Kreis im Dreißigjährigen Krieg
Die Finanzen des Kreises
Die Münzordnungen
Die große Hungersnot 1570-1575 - die Wirtschaftsunion
Die Policey-Ordnung von 1572
Arme und Bettler, Jauner und Zigeuner
Erneute Hungerkrise 1770-72
Der Straßenbau
Die Mainschifffahrt
Gesundheitswesen und Seuchenbekämpfung
Letzte Reformen
Der Kreis als regionales Bindeglied
Das Ende des Kreises
Bilder/ Leseproben/ Dateien/ Verwandte Artikel