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Unterwegs mit den Wittelsbachern

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Das Territorium des bayerischen Staates wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts neu zusammengesetzt und stark vergrößert. Für die Wittelsbacher ging es nun darum die verschiedenen Landesteile zu einem Staat zu verschmelzen und den Bewohnern eine bayerische Identität zu verschaffen. Dies geschah z.B. durch die Förderung eines „Nationalcostüms“, die schriftliche Fixierung von „Volksliedern“ oder die Darstellung des Landes in der „Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern“. Jetzt werden die Farben weiß und blau zu Nationalfarben.

„… das Nationalgefühl des Volkes zu heben…“

König Maximilian II. unternahm 1858 eine Fußreise von Lindau nach Berchtesgaden. Dabei erfuhr er viel über den südlichen Rand des Königsreichs und dessen Bewohner. Wir begleiten den König und seine Gefährten auf dieser Reise durch das Alpenvorland.
Bewusst ließ sich König Maximilian II. auch in landesüblicher Tracht und als Jäger darstellen. Die inszenierte Volkstümlichkeit sollte das bayerische Nationalgefühl stärken.

Wussten Sie, dass die bayerische Königin Marie, Gattin von Maximilian II. und Mutter König Ludwig II., vom Bergsteigervirus infiziert war?

Königin Marie, die Prinzessin aus Preußen, war fasziniert von den Bergen und wollte „Bergsteigen, nichts lieber“. Sie wurde eine der ersten bayerischen Bergsteigerinnen und entwarf dazu für sich und ihre Begleiterinnen eine eigene bequemere Kleidung: kürzerer Rock und Hose darunter und das alles aus Loden.

Eine besondere Leidenschaft für die Volksmusik und die Zither entwickelte ein anderer Wittelsbacher: Herzog Max in Bayern (1808 -1888). Der Vater der späteren Kaiserin Elisabeth (Sisi) begeisterte sich für die Zither und machte sie hoffähig. Gleichzeitig komponierte und sammelte er „Volksmusik“.

Und die damals noch als Untertanen bezeichneten Bayern? Wie begegneten sie den hohen Herrschaften?

Wie die Bayern so sind

Dem Jenseits verbunden, dem Diesseits zugewandt, so lautet die Kurzformel zur Beschreibung der Bayern. In den Riten und Bräuchen der katholischen Religion verbinden sich häufig Landschaft und Glaube. So zu sehen in den Prozessionen und Flurumgängen, aber auch in Wegkreuzen und Kapellen.

Und das Diesseits? Es wird Bier getrunken, Schuhplattler getanzt, Tracht getragen, das Lied vom Wendelstoa gesungen, es wird üppig gegessen und gerauft, die Zahl der unehelichen Geburten ist hoch. Ja, das alles ist wahr. Aber es ist das Bild der Sonn- und Feiertage.

Der „Mythos Bayern“ zeigt uns also die Bayern im Sonntagsgewand.